junge frauen haben es einfach 07. Apr 2001

Sofern es denn um den Erwerb von modischen, midtwenfinanzbudgetkompatiblen Bekleidungsstücken geht. Da schnappt sie sich nämlich einfach ihre gute Freundin an die Hand und schreitet erfolgsbewußt bei Mango, Zara oder Hallhuber durch das Eingangportal um ein paar Stunden später mit prall gefüllten xxl-Einkaufstüten glücklich auf den Heimweg zu machen. Bei jungen Männern dagegen, die nicht gerade im Investor Relations o.ä. tätig sind, und somit einem relativ festen Dresscode unterworfen sind, sieht das meist ein wenig anders aus. Selbst bei guten Shoppingszene-Kenntnissen kann sich dieser glücklich schätzen wenn er wenigstens mal ein neues T-Shirt für den Biergarten entdeckt.

“Aber es gibt doch so viele Bekleidungsläden, wie kann das denn da so schwierig sein ?” Naja, was gibt es denn da so jenseits von Kaufhausketten und den Läden die ausschließlich Businessmode verkaufen. In erster Linie natürlich Hennes & Mauritz. Dieser Konzern hat sicherlich schonmal Entwicklungshilfe geleistet, kann aber lediglich eine Grundversorgung an Bekleidungsstücken sichern. Ein zu großer H&M-Anteil im eigenen Kleiderschrank wird dem Bedürfnis der äußeren Individualität nicht gerecht. Es besteht die Gefahr eines Uniformitätsgefühls, wenn man etwa an einem Abend im Club mehr als drei Leute mit demselben Oberteil erblickt. Insofern ist H&M keine wirkliche Lösung. Dann gibt es noch diverse Skate-Surf-Snowboardläden, wo es angefangen von aloha-style Blumenhemden, die nach mehreren Jahren modischer Forcierung durch diverse Surfmarken nun wirklich mittlerweile überrepräsentiert sind, über baggy-style Breitcordhosen mit Pamperseinsatz bis hin zu Schlumpfpullovern mit Comicfratzen nun wirklich alles gibt, was man jenseits der Pubertät am eigenen Körper als deplaziert empfinden würde. Wenn man mal seine Eurocheque Karte zum glühen bringen will bieten sich die angeschickten Designerläden an. Dort findet man dann vielleicht sogar mal das ein oder andere brauchbare Bekleidungsstück, wenn jedoch ein einfaches Baumwoll T-Shirt, schon stolze dreistellige Beträge fordert, dann hat das Einkaufserlebnis doch einen unangenehm dekadenten Beigeschmack.

Man macht es sich halt doch zu einfach, wenn man es allein der ästhetischen Inkompetenz der Männer zuschreibt, dass diese größtenteils langweilig, teilweise gräusslich bekleidet die Straßen beschreiten. Es halt auch eine Frage des Angebots. Und doch gibt es dank engagierter lokaler Ladenbetreiber vereinzelte Lichtblicke. Mehr davon bitte.

 

Kommentar schreiben

Markdown Syntax