kleine sprachschule #3 29. May 2001

“Schauspieler und Tänzerin (m./f.) Die zunehmende Nivellierung der verwalteten Welt steigert die Sehnsucht nach Andersartigkeit. Besonders Aufmerksamkeit erfreut sich deshalb die bunte Schar von fröhlichen Querdenkern und dynamischen Kreativen, die unser Dasein ein Stück weit lebenswerter machen. Doch wie sind sie nur dahin gekommen, fragt sich der in den Niederungen der normalen Geschäftswelt krauchende Normalbürger nicht ohne eine gehörige Spur von Neid, Mißgunst, und Mißtrauen. Die Antwort gibt der Lebenslauf. ‘Der Vater war Schauspieler, die Mutter Tänzerin, lautet die übrigens verdächtig häufige Erklärung. Das ist gemein und ungerecht. Gemein, weil man schließlich nichts dafür kann, wenn die Eltern nur Steuerberater in Wuppertal-Oberbarmen und Gleichstellungsbeauftragte in Rosenheim waren. Ungerecht, weil die Querdenker und die Kreativen schließlich auch nichts dafür können, daß ihre Eltern Schauspieler und Tänzerin waren.” (Roland Kaehlbrandt, Deutsch für Eliten)

 

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