alaska.de 07. Jun 2001

Die Handlung: Sabine zieht nach Scheidung ihrer Eltern zu ihrem Vater in eine Berliner Plattenbausiedlung. Dort lernt sie direkt zu Anfang ihren Mitschüler Eddie kennen, durch den sie in Kontakt mit seinem älteren Kumpel Micha kommt. Diesen beobachtet sie kurze Zeit später bei einem Spaziergang in der Dämmerung, wie er mit einem Messer flüchtet. In der Nähe entdeckt sie einen toten Jungen auf dem Boden mit einer großen Blutlache. Sie rennt weg und behält diese Beobachtung für sich.
Auch Eddie ist in diesen Mord verwickelt und will herausfinden wie viel Sabine weiß. Eddie und Sabine entwickeln dabei eine schüchterne Zuneigung zueinander. Nun will Eddie Micha überzeugen, dass Sabine der Polizei nichts sagen wird, der glaubt ihm jedoch nicht. Soviel zum Inhaltlichen. Der Soundtrack ist von Kitty Yo. Und zwar mit Gonzales, Peaches, Surrogat, Laub, und mehr. Unter verspexten Cineasten hat dieser Film ein wenig Unmut hervorgerufen. Wenn ich mich recht entsinne, dann wurden der Stil der Schnitte und Schwenks bemängelt. Konnte ich nicht nachvollziehen. Dazu hat mich der Film währenddessen emotional zu sehr beschäftigt. Obwohl das Lebensgefühl Ost-Berliner Plattenbau rein gar nichts mit meiner momentanen Lebensumgebung oder meiner Vergangenheit zu tun hat so hat es mir dieser Film, über Erinnerungen an Erzählungen von früheren Bekannten und Freunden aus Ost Berlin und Umgebung über ihren Lebensalltag, schwierig gemacht auf der üblichen Zuschauerdistanz zu bleiben. Tonfall, Wortfluss, Satzbauten haben immer wieder Anknüpfungspunkte für Erinnerungen geboten. Und Darstellungen mit Bezug zur eigenen Lebensrealität wirken emotional halt einfach viel stärker als überproduzierte Plastikfilme mit völlig entrückten Realitäten. Ich kann hier eindeutig eine Empfehlung aussprechen.
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