the quest of finding a proper mouse 11. Feb 2007
Meine Maus ist kaputt. Klingt wenig dramatisch ? Ist es aber. Ich scheitere nämlich nun schon seit mehreren Wochen daran einen adäquaten Ersatz zu finden. In der Theorie ist das ja ganz simpel. Fünf Klicks und spätestens vierundzwanzig Stunden später klingelt einen der freundliche Mann vom Lieferdienst aus dem Schlaf, bittet einen darum ein paar krakelige Pixel auf seinem Touchscreen aufzumalen und das Problem ist gelöst.
Soweit so Theorie. In der Praxis konnte sich dieses Bestellkonzept bei Mäusen in der Vergangenheit leider nicht bewähren und das hat primär haptische Gründe. Eine Maus ist nunmal etwas, was man in der Hand hält und meiner Erfahrung nach erst dann wirklich gute Dienste leistet, wenn man es dort nicht mehr wahrnimmt. Bei meinem letzten Mausdefekt sind aus diesem Grund drei Mäuse von Dresden nach Mannheim und zurück gewandert. Sie lagen einfach alle nicht richtig in der Hand.
Zugegeben, ich habe relativ große Hände. Eine Oktave auf der Klaviatur oder weit entfernte Bünde auf dem Griffbrett fallen mir recht einfach. Bei Mäusen ist dies jedoch fatal, da diese in aller Regel eher für Menschen mit kleinen Händen gefertigt werden. Dies hat bei Menschen mit großen Händen zur Folge, dass entweder der Handballen auf dem Tisch aufliegt und somit die Bewegung der Maus erschwert oder die Finger in einer stark gekrümmten Haltung auf den Tasten liegen, was natürlich höchst unergonomisch ist, so dass bei ernsthafter Benutzung die gesundheitlichen Probleme nur eine Frage der Zeit sind.
Abgesehen von der Baugröße sollte eine Maus zwei Tasten zum klicken, zwei Tasten um durch die Browserhistory zu navigieren und ein Scrollrad bzw. einen Scrollball besitzen, was ja erfreulicherweise mittlerweile auch von Apple so gesehen wird. Darüber hinaus ganz wesentlich für die Benutzungserfahrung: Eine solide Verarbeitung. Wenn eine Maus für fast hundert Euro bei normaler Benutzung knirscht und knarzt und das Scrollrad komische klackernde Geräusche von sich gibt, dann sollte sich der Hersteller ernsthaft Gedanken über seine Fertigungsqualität machen. Ferner sollte die Maus einen optischen Sensor besitzen, der auch bei feinen Mausbewegungen die Bewegungen präzise wiedergibt. Ein satter Mausklick ist ebenfalls von belang. Das Klickgefühl ist vielleicht am ehesten vergleichbar mit dem Anschlag einer Tastatur. Wenn der nicht stimmt, dann stellt sich einfach nicht das richtige Gefühl bei der Benutzung ein. Zuallerletzt sollte die Maus auch noch halbwegs ansehnlich sein. Hässliche bunte Muster, proletenhafte Leuchtapplikationen oder schäbige Hochglanzplastikschalen haben in meinem peripheren Blickbereich nichts verloren.
Um mir die alberne Hin- und Herschickerei der nicht in Frage kommenden Mauskandidaten zu ersparen, bin ich dieses mal dann also direkt in den hiesigen Elektronikgroßmarkt gefahren. Dort durfte ich dann jedoch feststellen, dass sich die Marktlage seit meinem letzten Mauskauf nicht unbedingt zu meinen Gunsten verbessert hatte. Eher im Gegenteil. Ein Teil des Sortiments disqualifizierte sich von vorne herein, da es sich um sogenannte Notebookmäuse handelte, deren charakteristische Eigenschaft frecherweise eben darin besteht besonders klein zu sein und auch der Rest erfüllte jeweils mindestens eines der oben genannten Kriterien nicht. Ich habe dann zwar in Ermangelung von Alternativen ein Modell mit nach Hause genommen, aber nur um dann nach zwei Tagen später festzustellen, dass es ich es doch nicht benutze. In der Auslage befand sich außerdem noch ein Trackball, dessen Ausmaße zwar recht angenehm waren, aber dessen Benutzungskonzept mir dann doch irgendwie zu irritierend war. Recht ansprechend habe ich das Klickgefühl der Mighty Mouse in Erinnerung, da ließ dann aber leider die Ergonomie wieder etwas zu wünschen übrig. Mal schaun, vielleicht gebe ich ihr trotzdem eine Chance.
Jenseits des regulären hiesigen Markangebotes ist die Vielfalt natürlich wieder deutlich größer. Da kommen dann auch so Kandidaten wie die Kokuyo Just One oder die Perfit Mouse Optical mit ins Spiel. Erstere hat zwar keine seitlichen Tasten und ist auch sonst nicht wirklich schick, besitzt aber dafür als Alleinstellungsmerkmal den verlängerbaren Mausrücken. Gizmodo schreibt zu dem Gerät: “This mouse includes three different sized bezels that can easily be swapped in and out adjusting to the needs of everyone from the person with tiny hands, all the way up to the person with gorilla hands.” Da fühle ich mich natürlich sofort angesprochen. Die Perfit Mouse Optical wiederum wird je nach Ausführung in drei bis vier unterschiedlichen Größen angeboten und macht auch anderweitig einen recht guten Eindruck. Ansonsten gibt der Markt unter der Ergonomie-Flagge jede Menge mal mehr mal weniger abenteuerliche Angebote her. Ich muss mich bei Gelegenheit mal da, da, da, da, da, da, da und da durchwühlen. Ein Ladengeschäft bei dem man die Geräte mal probenutzen könnte wäre hier natürlich stark vorteilhaft.
Wünschenswert wäre letztlich ein Hersteller dem ich einfach einen Abdruck meiner Hand schicke und der mir dann die dazu ergonomisch passende Maus mit gewünschten Funktionalität anfertigt. Hat nicht jemand Lust ein Start-up zu gründen ? Wenn auch die sonstigen Kriterien erfüllt sind wäre ich euer erster Stammkunde.
Ich habe ähnliche Probleme mit Mäusen. Ich verwende seit vielen vielen Jahren eine Logitech Mouseman Wheel Optical mit Kabel und ohne ForceFeedback. Anfangs fand ich diese sehr angenehm, doch die letzten Jahre stört sie mich zunehmend. Eine Oktave auf einem Klavier kann ich auch ohne Probleme greifen. Mein Hauptproblem an der Maus ist der kleine Finger welcher in der Luft hängt oder wahlweise unnatürlich abgespreizt ist als würde ich einen Tee trinken. Den Daumenknopf mag ich hingegen nicht vermissen. Er liegt optimal, ist mit dem Doppelklick verknüpft und dient so der Copy & Paste Funktion unter unixoiden Betriebssystemen. Am Mittwoch war ich ebenfalls in einem Elektronikgroßmarkt eine Maus suchen, das heißt ich habe jemanden dabei begleitet. Wir beide haben das Geschäft ohne Maus verlassen. Viel Glück bei der Suche und bitte berichte über dein Produkt wenn du es gefunden hast.
Biometrie verschenken? Dir reicht ein Fingerabdruck im Reisepass nicht, es muss gleich ein Abdruck der ganzen Hand in den Datenbanken eines Start-up-Unternehmens sein? Stammkunde möchtest du auch sein? Wie lange soll das Produkt denn halten, oder sammelst du Mäuse?
Das Mausproblem kenn ich auch sehr gut. Bin erst vor ca. 1 Jahr auf eine optische Maus umgestiegen und hatte vorher immer das Problem, noch Mäuse mit analogem Ball zu finden. Mittlerweile find ich optisch aber ok und benutze eine 17 € Logitech Notebook Maus. Ich find es eigentlich ganz gut, dass die so klein sind, obwohl mein Handballen auch auf dem Tisch aufliegt bei der Sache. Ich hatte zwischenzeitlich auch eine Mighty Mouse, die musste ich aber gerade weil sie so groß und vor allem schwer war wieder sein lassen. Und vor allem dieser sensorgesteuerte Quatsch bei der Mighty Mouse macht einem das Leben schwer. Ich hab z.B. meine Exposé Funktionen auf Kombinationen von Apfel, Alt, Ctrl und der rechten Maustaste gelegt, was es z.B. ermöglicht, den Schreibtisch zu zeigen, eine Datei anzufassen, zurück zur App und dann erst loslassen um die Datei z.B. als Anhang an eine Mail anzuhängen. Dies war mit der Mighty Mouse schlicht nicht möglich, da man dort immer nur eine Maustaste gleichzeitig nutzen kann. Ich hab mich auch total oft verklickt, weil der linke Finger noch auf dem Plastik lag und das überlagert den Rechtsklick. Das Ding ist Schrott, bis auf den Scollball, der wirklich nett ist.
Hi Stefan,
wir haben in der Agentur die gleichen Probleme. Ein Duzend Mäuse getestet und bis jetzt nichts Ordentliches gefunden. Sag bescheid, wenn Du eine vernünftige Maus finden solltest.
Hi Stefan !
Für große, extrem muskulöse Hände, die jeglicher Dauerbelastung trotzen empfehle ich die Fluffy Soap mouse :
http://www.engadget.com/2006/08/25/fluffy-soap-mouse-works-without-a-desk/
Ciao! Ben
*Hihi* Da scheine ich ja einen Nerv getroffen zu haben :)
@Björn: Das Problem mit dem abgespreizten kleinen Finger ist genau der Grund warum ich denke das eine maßangefertigte Maus für viele Menschen interessant wäre. Menschen entsprechen wohl selten einer industriell festgelegten Norm. Da gibt es auch ein nettes Skript (PDF, ~500 kB) der Sendung Quarks & Co Sendung zu dem Thema, übrigens einer der wenigen Gründe warum ich mir manchmal einen Fernseher wünsche.
Was deine biometrischen Bedenken anbelangt, so hast du mich offensichtlich ein wenig mißverstanden. Ich hatte mir das eher so vorgestellt, dass die Firma mir eine formbare Masse zuschickt und ich da auf eine von denen festgelegte Weise meine Hand reindrücke, damit die dann daraus die Oberschale der Maus modellieren können. Ich stelle mir das so ein bisschen so wie beim Dentallabor vor. Bei Menschen mit chronischen Gesundheitsbeschwerden im Handbereich könnte das ja dann unter Umständen auch die Krankenkasse zahlen. Es stünde dem Kunden natürlich frei die Details seines Hautprofils unkenntlich zu machen, die sind ja schließlich nicht relevant für die Form der Maus.
Was meine angekündigte Stammkundschaft angeht, so wäre es natürlich wünschenswert, wenn eine in diesem imaginären Start-Up erworbene Maus bis an mein Lebensende halten würde, aber selbst wenn die von der Firma verwendeten Materialien sehr hochwertig sind und die Verarbeitung sehr solide ist, wird die Maus spätestens durch die eigene Ungeschicktheit wahrscheinlich irgendwann Ihren Geist aufgeben. Ich denke da an so Aktioen wie “Wiederholtes Herunterfallen lassen” (Ist mir mit meiner alten Drahtlosmaus auf meinem glatten Tisch durchaus häufiger passiert) oder “Getränk drüberkippen” (Ist mir schon mehr als ein halbes Dutzend Mal beinahe passiert).
@Maurice: Schade, das die Mighty Mouse bei dir so schlecht abschneidet. Habe da auch schon andere bis auf den Scrollball eher negative Erfahrungsberichte gehört. Gerade die Sache mit dem schwierigen Rechtsklick stört wohl viele, was natürlich sehr nachvollziehbar ist.
@Alex: Ich dachte du arbeitest eh nur mit Vim :) Ne Quatsch, ich melde mich falls mir etwas vielversprechendes in die Finger fallen sollte.
@Benjamin: Nette Spielerei, aber leider in meinen Augen als ernsthafter Mausersatz nicht zu gebrauchen ;)
Wir haben ja nun alle täglich mehr mit der Mouse als mit einem Kugelschreiber zu tun. Nach langem suchen bin ich zufällig auf die Kensington PilotMouse gekommen. http://de.kensington.com/html/11585.html
Sehr präzises Arbeiten, eine gute Ergonomie und vor allem 3 Praktische Tasten. Auf denen ich “eine Seite vor”, “eine Seite zurück” und in der Mitte “Neu laden” eingrichtet habe. Nach etwas Eingewöhnung ist es für Programmierer und Designer im Internet eine SuperMouse. Kann ich nur empfehlen.
Sie ist außerdem so groß, das sie auch “nicht angebunden” wieder aufzufinden ist :-)
Mit Tastatur hier erstanden: http://www.officio.de/suche/anr/433698
Danke für den Tipp, jetzt muss ich nur noch ein Ladengeschäft finden, wo ich die Maus mal antesten kann. Einen Mac OS X-Treiber scheint es ja auch zu geben.