you and your five hundred friends 20. Sep 2007

Bringen es schon die zurückhaltenden Deutschen auf durchschnittlich 35 Freunde (von denen sie ein Drittel noch nie in natura gesehen haben), so zeigen sich die jungen Brasilianer mit 91 Freunden noch wesentlich kontaktfreudiger. (Quelle: Heise)

Wie kann jemand allen ernstes behaupten eine fast dreistellige Anzahl an Freunden zu haben ? Es handelt sich hierbei wohlgemerkt um Durchschnittswerte. Ich vermute mal, dass hier nicht Freunde sondern Onlinebekannte gemeint sind, also “Friends”. Zu einem Freund gehört für mich neben einer grundsätzlichen Sympathie dann doch mal ein gewisses Vertrauen und eine mehr oder minder regelmäßige Beziehungspflege. Wie jemand bei derart inflationären Freundeszahlen noch in der Lage sein soll dies zu bewerkstelligen ist mir ein ziemliches Rätsel. Besonders schön kann man dieses Phänomen bei diversen webzwonulligen Websites beobachten. Da gibt es dann Nutzer die allen ernstes eine Kontaktliste mit einer hohen drei- oder gar vierstelligen Zahl Einträgen aufweisen. Im englischen gibt es dafür den schönen Begriff “contact whore”. Besonders albern finde ich das Verhalten im Zusammenhang mit Xing, da hierbei das Kontaktevermitteln ad absurdum geführt wird. Wenn jemand die Einträge auf seiner ellenlangen Kontaktliste sowieso nicht kennt, dann kann ich diejenigen auch gleich direkt ansprechen.

 

Kommentare (3)

  1. Ben 7 days later

    Also, wenn ich Person A mittels Vermittlung über Person B kontaktiere, die wiederum ganz dicke mit erstgenannter ist, mich also nicht kennt, aber denkt, was B kennt das kann auch für A nicht schlecht sein, B hat in der näheren Vergangenheit ja schon oft und viele, im Übrigen nicht näher bekannte, aber vielleicht irgendwie nützliche Vettern von irgendwelchen anderen Vettern, vermittelt, dies übrigens ganz ohne jegliche Eigennutz- oder Weltherrschaftvernetzungs- gedanken, so ist unter der Berücksichtgung von neusten, marktwirtschaftlichen, mit höchster Umsicht gewonnenen Erkenntnissen zu Netzwerken erwartbar, dass sich Freunde von der Freundesliste nicht nur als Freunde, wie lustige, aber die Karierre wenig voranbringende, Kneipenbekanntschaften, sondern auch, zwar auch nicht näher bekannte und wohl noch viel weniger verwandte, Heilsbringer des eigenen geistigen und finaziellen Kapitals erweisen werden, so finde ich die Sache nicht ganz unschnuffelig.

  2. Stefan 7 days later

    Hehe, was hast *du* denn geraucht ?

  3. Ben 7 days later

    Nur vom Besten ! ;)

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