compact disc vs. music download 02. Jan 2009
Musik wird hauptsächlich im Internet herunterladen, sowohl legal als auch illegal. Der Absatz von CDs ist seit dem Jahr 2000 um die Hälfte gesunken, von 29 Millionen CDs auf rund 15 Millionen. (Sveriges Radio)
Warum mich das wundert? Weil ich mich selbst überhaupt nicht in diesem Trend wiederfinden kann. Ich kaufe nicht nur nach wie vor Vinyl sondern auch ungebrochen Compact Discs. Musicdownloads kommen mir nur im absoluten Ausnahmefall ins Haus, z.B. wenn ein Track nur als Download verfügbar ist. Was mich motiviert nach wie vor Compact Discs zu kaufen?
Vorteile einer CD gegenüber Musikdownloads
- Bei Digipaks und Buchausgaben die haptische Qualität
- Bisweilen liebevoll gestaltete Booklets
- Coverart in beliebiger Auflösung scanbar (Die Auflösung von Downloadcovern ist Schwankungen unterworfen und nicht alle Labels bieten ihre Cover in hoher Qualität zum Download an)
- Ich kann sie verschenken (Schonmal eine Datei verschenkt? Klar kann man auch gebrannte CDs liebevoll gestalten, aber spätestens wenn man anfängt das Booklet durch den Farbkopierer zu jagen wird es albern)
- Ich kann sie weiterverkaufen (Das ist natürlich kein ernsthafter Grund für den CD-Kauf, aber dennoch ein nicht zu verachtender Bonus, falls die Liebe nicht ewig währt)
- Sie kann nicht abstürzen wie Festplatten (Klar mache ich regelmäßige Datensicherungen von meiner iTunes-Bibliothek, aber seitdem ich letztens gehört habe, dass einem Bekannten sowohl seine Festplatte als auch seine Backup-Festplatte zeitgleich abgeschmiert sind hat mich das in diesem Punkt gestärkt)
- Ich kann sie jederzeit mit einem beliebigen Kodierer in bester Qualität umwandeln (z.B. in ein Lossless-Format!)
- Es gibt keine nutzerfeindliche Digitale Rechteverwaltung (DRM)
- Es gibt kein teuflisches Wasserzeichen mit meinen persönlichen Daten, ich kann die CD also im Rahmen der Privatkopie einem Freund kopieren ohne Angst zu haben verklagt zu werden, falls dieser auf die Idee kommt diese in ein Filesharing-Netzwerk einzustellen. Im Gegensatz zu Wasserzeichen-Dateien, die falls sie im Netz landen, geradezu eine Steilvorlage für die Advokaten der Musikindustrie sind.
- Man kann Musik hören ohne einen MP3-Spieler/Rechner (Klar, Vinyl ist schöner, aber darum geht es hier nicht)
- Eine Schrankwand mit Tonträgern mindestens so dekorativ wie eine schöne Bücherwand.
Nachteile einer CD gegenüber Musikdownloads
- Die CD verbraucht Platz in der Wohnung und muss beim Umzug transportiert werden (Nicht zu unterschätzen!)
- Auch gepresste Compact Discs haben nur eine begrenzte Haltbarkeit (Laut Ingo Kolasa vom Deutschen Musikarchiv etwa 50 Jahre)
- Wenn man im Netz kauft gibt es keine sofortige Bedürfnisbefriedigung, man muss je nach Anbieter ein bis zwei Tage warten bis man seinen Musik hören kann. (Aber wie heißt es so schön: Vorfreude ist die schönste Freude!)
Ich denke das waren die wesentlichen Punkte, habe ich was vergessen?
ich gehöre ja auch noch zur “alten schule”. insbesondere, wenn ich etwas kaufe, dann möchte ich es auch besitzen. ich finde es - siehe oben “abstürz” - komisch, wenn ich mir photoshop kaufe und dann nur einen downloadlink bekomme.
habtik ist einfacher. oft aber auch komplizierter, weil man sich mit dingen belastet. das ist der große vorteil der digitalität. eine festplatte voller kultur von video, musik bis hin zu texten. handlicher geht es nicht.
trotzdem, wenn ich musik kaufe, dann latsche ich immer noch in den plattenladen und versuche wenn immer es geht zu kleinen läden wie dem groove attack in köln zu gehen.
musik “teste” ich vorher über die vorhörfunktion google + rapidshare + album ;)