mobile broadband in germany 05. Oct 2009

Noch am kundenfreundlichsten gibt sich O2 Deutschland, Tochter des spanischen Telekommunikationsriesen Telefonica. Dort ist seit kurzem offiziell erlaubt, ohne Aufpreis Internet-Telefonie zu verwenden - für Beobachter ein durchaus mutiger Schritt, weil die Firma damit aus dem Kanon der Netzfeinde ausbrach. Doch selbst mit der offiziellen Erlaubnis, statt über das teure Mobilnetz etwa kostenlose Sprachdienste wie Skype zu verwenden, hat die Sache einen Haken: Genauso wie bei allen anderen deutschen Mobilfunkern ist auch bei O2 nach maximal fünf Gigabyte Übertragungsvolumen im Monat, was mal eben einer einzigen DVD entspricht, Schluss mit Höchstgeschwindigkeit. Dann wird das Netz auf Kriechgeschwindigkeit heruntergeschaltet, so dass Sprachdienste nicht mehr ordnungsgemäß nutzbar sind und Multimedia-Seiten wie YouTube zur Qual werden. (Quelle: Taz)

Um nur mal zu verdeutlichen was das konkret bedeutet, sei gesagt, dass man als ernsthafter Internetnutzer bei O2 selbst bei sparsamer Nutzung des Datenvolumens in der Regel nach spätestens drei Wochen in den Genuß von ISDN-Geschwindigkeit kommt. Sparsam bedeutet in diesem Fall

Bei 5GB Datenvolumen pro Monat müßte man theoretisch mit 160 MB pro Tag hinkommen. Das klingt jetzt vielleicht erstmal viel, aber in der Praxis überschreite ich oftmals trotz Sparmaßnahmen die 200 MB . Selbst eine Verdopplung des Datenvolumens würde wahrscheinlich aber keine Verbesserung der Situation bringen, weil es mit dem Datenvolumen vermutlich wie mit dem Geld ist, man paßt seinen Lebensstil an den verfügbaren Finanzrahmen an, sprich ich würde wahrscheinlich aus Bequemlichkeit meine Sparsamkeitskriterien aufweichen und dadurch wieder die Obergrenze überschreiten, sprich öfter mal im Spätkauf einkaufen statt im Supermarkt und öfter mal Taxi fahren statt Nachtbus. Eine natürlich Grenze wäre vermutlich bei 100 GB erreicht, damit dürfte wohl auch der größte Datenhunger gestillt sein.

 

Kommentare (9)

  1. ssp About 2 hours later

    Die Einschränkungen sind schon korrekt und auch ich ‘brauche’ mehr als 5GB Datendurchsatz im Monat. Aber es hört sich für mich wie ein sehr brauchbarer Kompromiß zwischen dem technischem Aufwand und der beschränkten Bandbreite von Mobilfunk und dem Haben einer Verbindung unterwegs an. Insbesondere lassen sich große Datenbewegungen in der Regel ganz gut verschieben, so daß die meisten Leute mit diesen Beschränkungen sicher ganz gut leben können. In der Tat scheinen sehr viele Leute sogar spielend mit günstigen 1GB/Monat DSL Anschlüssen auszukommen. Und wer so abhängig von seiner Datenverbindung ist, daß 5GB pro Monat ‘on the road’ nicht reichen, muß dann vielleicht doch etwas tiefer in die Tasche greifen.

    [Disclaimer: ich selbst habe gar kein Mobilfunk-Internet. Auch das überstehe ich für gewöhnlich ganz gut.]

  2. stefan About 4 hours later

    Ich selbst habe derzeit weder ein Zuhause-Internet noch ein Internet an der Uni oder auf der Arbeit, d.h. die Verbindung über den O2-Surfstick ist derzeit meine einzige Verbindung. Ich nutze den 5GB-Tarif für 25 Euro im Monat. Ich wollte den auch garnicht schlecht machen, ich bin ja durchaus zufrieden. Solange das Guthaben noch nicht aufgebraucht ist, ist die Performanz so gut, dass ich einen stationären Anschluß nur selten vermisse. 2 Mbit/s nach unten, 200 kbit/s nach oben und ein 100ms Ping sind durchaus erträglich und ich wußte ja worauf ich mich einlaße. Ich wollte nur mal anhand von einem Fallbeispiel aufzeigen, wie sowas in Realität ausschaut, wenn man kein Gelegenheitsnutzer ist.

  3. ssp About 5 hours later

    Einen großen Teil der ‘Schuld’ tragen sicher auch Dinge wie YouTube oder CD-große Software Updates. Es scheint sich in USA einfach nicht mehr zu lohnen mit der Bandbreite zu sparen. Wenn Du so schnelle Verbindungen bekommst hast Du es ja noch ganz gut, weil die genutze Kapazität ‘nur’ ein Geldproblem ist. Wie sieht das Netz aber für Leute aus, die nur ein langsames Modem haben. Wie gut funktioniert heutige Software in einem solchen Setup? (Meiner Erfahrung nach, eher mäßig, speziell bei Apple.)

    Ein großes Problem ist aber sicher auch die extrem begrenzte Bandbreite im Mobilfunk. Ich vermute, das macht nur solange Freude, wie es hinreichend wenige Leute nutzen. Das Kabel ist für Datenübertragungen halt nur schwer zu schlagen.

  4. stefan About 7 hours later

    Das funktioniert wohl auch nur deswegen so gut, weil ich hier im Herzen von Berlin sitze. In Kleinstädten sieht das sicher oftmals weniger attraktiv aus, von ländlichen Regionen ganz zu schweigen. Da dürfte zu 98% GPRS angesagt sein, sofern man die ICE-Bahnstrecke von Berlin nach Köln da als Gradmesser nehmen kann.

  5. Findelgrimm 2 days later

    Wow 5 GB, davon träum ich… Besondern jetzt wo ich meine Bachelorarbeit schreibe. 3 GB ist in meinem Studentenwohnheim das Maximum, in anderen sogar schlappe 2,5 GB. Danach heißt es immer nur noch: Eine Seite gezielt aufrufen, Kaffee holen gehen. Was will man erwarten bei 1-2 kbits/Sekunde. Selbst bei einer Seite ohne Bildern dauert es spürbar lange. Vielleicht sollte ich mir die Anschaffung dieses Sticks auch mal überlegen. 3 GB reichen für mich ca. 15 Tage, vielleicht schaffe ich ja dann mit 8 GB den ganzen Monat…

  6. stefan 2 days later

    Du meinst wohl 1-2 kbyte/s ;)

  7. bjoernb 5 days later

    Gerade in Berlin sollten dir die 5GB/Monat vollkommen reichen. Es gibt in Berlin soviele Moeglichkeiten frei das Internet zu nutzen:

    http://berlin.freifunk.net/

  8. stefan 5 days later

    Aber muss ich denn da nicht so eine Antenne auf das Dach bauen? Ich wohn hier doch nur noch für eine Woche dann ziehe ich weiter. Ich denke das ist eher für Leute interessant die länger an einem Ort bleiben.

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