nutrition transparency needed 19. Feb 2010

Aus zahlreichen Studien wissen wir, dass bildungsferne und -arme Schichten von dieser Entwicklung (Anm.: Zunahme der ernährungsbedingten Krankheiten) ganz besonders betroffen sind. Deshalb müssen Lebensmittel so einfach deklariert sein, dass sowohl Analphabeten als auch Menschen mit niedrigem Bildungsniveau mit einem Blick erkennen können, ob bei den von ihnen bevorzugten Lebensmitteln gesundheitliche Risiken bestehen oder nicht. (Wolfram Hartmann, Präsident des Kinder- und Jugendärzteverbandes auf Spiegel Online)

Sehr erhellend in diesem Zusammenhang immer wieder der Blick in die Einkaufswagen des stark übergewichtigen Prekariats im lokalen Discounter. Dort befinden sich ernüchternderweise meistens just genau die Produkte die als unerwünschte Nebenwirkung eine Steigerung des Leibesumfangs haben. Obst, Gemüse, Müsli und Vollkornprodukte haben hier keine Chance gegen versalzene Mikrowellenmenüs, fettige Chips und überzuckerte Softdrinks in giftigen Farben. Vermutlich wird die isolierte Einführung einer Lebensmittelampel nicht zu einer Verhaltensänderung bei der breiten Masse der Betroffenen führen, aber wenn beispielsweise lernwillige adipöse Patienten in einer Klinik an einer Therapie teilnehmen, dann stellt eine Lebensmittelampel in meinen Augen eine große Vereinfachung für die Therapie dar. Anstatt lange Listen von schädlichen Produkten studieren zu müssen hätten sie mit der Ampel sofort ein verläßliches Werkzeug an der Hand.

 

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