pay what you want revisited 06. Mar 2010
Auch wenn Radiohead sagen, sie hätten vom Pay-What-You-Want-Prinzip profitiert, so stellt es sicher kein Modell für den anonymen Massenmarkt dar. Wo es aber meiner Meinung nach exzellente Chancen hat ist in der Nische. Bei Menschen wie der Musikerin Julia Kotowski, die ihr Album auf einem Netlabel veröffentlichen und dann parallel auf ihrer Website ein handgemachtes Digipak für den Connaisseur zu einem frei wählbaren Preis jenseits der Selbstkosten verkaufen. Sicherlich wird es auch hier Leute geben, die das Vertrauen mißbrauchen, aber ich denke die Mehrheit der Käufer wird sich ihrer Verantwortung bewußt sein und einen fairen Preis wählen.
Selbst für die Egoisten unter den Fans gibt es gute Gründe spendabel zu sein. Viele Independent-Künstler sind chronisch unterfinanziert und müssen in prekären Jobs arbeiten. Großzügigkeit bei der Bezahlung hilft ganz klar bei der Finanzierung des persönlichen Instrumentenparks und je höher die Einnahmen durch die Musik sind, desto weniger müssen die Musiker arbeiten und desto mehr Zeit haben sie für ihre Musik!
Ich hoffe auch, dass sich der eine oder andere Fan dazu entschließt, einen angemessenen Betrag zu zahlen. Oder vielleicht auch auf eins ihrer Konzerte geht, eftb tritt ja auch ab und zu live auf. Ich hab sie letztes Jahr auf der Cologne Commons gesehen, war wirklich ein sehr schönes Konzert!
Ich finde diese ‘such Dir Deinen Preis aus’ Sachen immer zu kompliziert.
Wenn ein Preisschild dranklebt ist das zumindest ne klare Ansage und ich muß nicht nachdenken, Angst haben mich zu blamieren etc. Auch nicht unpraktisch.
Ja, das Pay-What-You-Want-Modell deligiert Verantwortung ab an den Konsumenten. Das kann man natürlich als belastend empfinden. Ich denke wie gesagt, dass es ein Modell für die Nische ist. Ich finde es eine optimale Lösung den Netlabel-Release gratis herunterzuladen und dann bei Gefallen später den Hardware-Release zu kaufen. Wenn einem ein Release ganz besonders gefallen hat, dann hat man die Möglichkeit seine Begeisterung in Form eine großzügigen finanziellen Zuwendung zum Ausdruck zu bringen. Sinnvoll wäre vielleicht die Angabe eines Mindestpreises der die Selbstkosten deckt und einer Preisempfehlung für unschlüssige Käufer :)