women in leading positions 06. Mar 2010
Ich habe festgestellt, dass Frauen zu Männern werden müssen, wenn sie sich durchsetzen wollen. Sie müssen deren Mittel einsetzen. Die Männer sind immer die lautesten - sie müssen Karriere machen, im Vordergrund stehen. Frauen haben mehr Harmoniebedürfnis und sind zurückhaltender […] (Grüner Balci in Der Freitag)
Diese Beobachtung deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen. Die durchschnittliche Frau ist leise, bescheiden und fleißig während der durchschnittliche Mann lautstark den Ton angibt, über ein gesundes Maß an Selbstüberschätzung verfügt und sich in kritischen Situationen durch Risikofreudigkeit auszeichnet. Genau das ist aber ein Teil der Anforderungen um erfolgreich in Führungspositionen zu sein. Im Grund stellt also jede Frau in einer Führungsposition die sich gemäß ihrem Naturell verhält einen Wettbewerbsnachteil für das jeweilige Unternehmen dar. Freiwillig stellen Unternehmen in Deutschland keine Frauen für Führungspositionen ein, die Quote liegt bei gerade mal zehn Prozent. In Schweden sind es mit knapp zwanzig Prozent zwar etwas mehr, aber wirklich egalitär ist das nun auch noch nicht.
Machen wir mal ein Gedankenexperiment. Nehmen wir mal an die Vorstände und Aufsichtsräte aller europäischen Spitzenunternehmen wären dank konsequenter Frauenförderung zu 50% mit Frauen besetzt. Frauen würden sich dann also nicht mehr in einer von Männern dominierten Welt befinden. Könnten sich Frauen gemäß ihrem Naturell verhalten oder müßten sie nach wie vor das männliche Verhalten imitieren um im Wettbewerb zu bestehen? Wie wären die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Weltwirtschaft?
Ist es nicht sexistisch, Frauen ein ‘Naturell’ zu unterstellen?
Und warum ist dies ein Problem? Wenn es darum geht, Arbeiter auszubeuten oder die Umwelt zu zerstören, wird es als ‘ganz normal’ eingeschätzt, wenn Unternehmen dies dem Profit zuliebe tun. Denn das ist, wofür die Aktionäre sie bezahlen. Wenn die profitabelste Art und Weise ein Unternehmen zu führen ist, ein lautes Arschloch zu sein, dann liegt das halt auch in der Natur des Unternehmens solche Leute zu bevorzugen. Wenn Frauen vermeintlich weniger in das Schema passen, wird (im Wirtschaftsjournalismus läse sich dann als sollte) das die Aktionäre genausowenig kratzen wie das schicke Giftmülllager neben dem Wohnviertel.
Mein Eindruck ist, daß falls man an diesen Umständen etwas ändern wollte (und ich bezweifle, daß sich in Deutschland eine Mehrheit dafür fände, schließlich hat das Hausfrauenmodell hier Tradition) rumfrickeln am Gleichberechtigungsgedöns nur an der Oberfläche des ‘Problems’ kratzen würde. Man müßte wahrscheinlich eher der unendlich weisen Wirtschaft in ihr Handwerk pfuschen, was höchstwarscheinlich als ‘verboten’ gilt.
Schön formuliert :)
Ja, formal betrachtet ist es Sexismus einem Geschlecht stereotype Merkmale zuzuschreiben, da hast du absolut recht. Meine feministischen Freundinnen würden mir das Posting sicher rechts und links um die Ohren hauen! Ich habe hier einfach mal taktisch klug eine Frau in Form eines Zitats vorgeschickt und mich dann argumentatorisch hintendrangehangen :)
Ich fühle mich da immer so ein wenig zwischen den Stühlen. Der Punkt ist einfach der, dass ich generell laute, dominierende, aggressive Menschen ablehne. In meinen Augen sind sie für alles Übel auf dieser Welt verantwortlich. Das bringt mich in die Position zwar eine Feminisierung der Männer zu befürworten aber eine Maskulinisierung der Frauen abzulehnen. Somit bin ich weder ein klarer Befürworter des Status Quo noch ein klarer Befürworter des Gender Mainstreaming.
Was die Rollenklischees angeht, so finde ich es toll wenn Menschen dem widersprechen, aber das ändert nichts daran, dass 90% der Bevölkerung den Klischees entspricht.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/olaf-henkel-fordert-die-quote/
Hmhm, wenn Henkel dafür ist, müßte man ja auch schon fast wieder dagegen sein.
Auch wenn so eine Quote sicherlich recht schwachsinnig wäre, wenn sie nicht auch gleich für das gesamte Umfeld gilt…
Ich bin ein Gegner von nationalen Alleingängen in Sachen Frauenförderung. Sowas muss meiner Meinung nach europaweit einheitlich geregelt werden.
Wieso war eigentlich nochmal der Henkel so unbeliebt?
Naja, wirtschaftsliberal und BDI Chef wird man wahrscheinlich auch nicht einfach so.
Auch beim wikipedia-Eintrag wird einem ganz warm ums Herz, besonders hier
ui, ein hübscher Markdown FAIL
Ja, den Absatz hatte ich gelesen, aber mir fehlt ehrlich gesagt das wirtschaftswissenschaftliche Fachwissen um diese Positionen wirklich zu beurteilen. Hedge Fonds sind meines Empfindens der Teufel persönlich, aber ich gestehe Herrn Henkel zu in dieser Sache anderer Meinung zu sein. Verdächtiger erscheint mir da schon seine Verwendung des Wortes Gutmensch. Das wird im Allgemeinen gerne von anerkannten Arschlöchern verwendet um Menschen zu diskreditieren die soziale Verantwortung übernehmen. Ich kann mich aber ehrlich gesagt nicht erinnern in der Vergangenheit wirklich fiese Statements à la Roland Koch oder Thilo Sarrazin von Herrn Henkel gelesen zu haben.
Habe jetzt gesehen, dass Redlining praktisch Geoscoring ist und somit ebenfalls der Teufel!
Ich verwende auch gerne das Wort »Gutmensch« in verächtlicher Form, wenn Leute sich auf ihr »Gutsein« fixieren und dolle was drauf einbilden nur fairtrade zu kaufen usw. Lustigerweise führt eine eigene als »gut« empfundene Handlung ja meist sofort zum erhobenen Zeigefinger, der alle anderen ermahnt es auch so zu handhaben.
Sorry, da brauch ich keinen Henkel oder Koch für.
Ich denke das Schimpfwort Gutmensch ist ambivalent.
In der Form wie Du es verwendest ist es sicherlich okay. Diese Sorte von Menschen die sich für ihre eigene Gutheit feiern sind definitiv mal albern. Das hatte ich ja auch schon in meiner Rezension der Utopia-Community geschrieben Diese Form von stupider Selbstbeweihräucherung im Sinne von “Schaut her ich bin Veganer, habe echten Ökostrom und kaufe alles nur im Bio-Supermarkt ein!” Das heißt natürlich nicht, dass man nicht über das Thema Nachhaltigkeit reden darf. Man sollte meiner Meinung halt nur versuchen seine eigene Person aus der Kommunikation rauszuhalten. Wer als selbstherrlicher Missionar auftritt der schadet der Sache sicherlich mehr als er nutzt, dadurch werden Menschen eher abgeschreckt.
Die Form der Gutmenschen-Beleidigung welche ich meinte wird typischerweise von einem CDU/CSU oder FDP-Politiker verwendet um einen Grünen oder SPD-Politiker zu beschimpfen wenn dieser Gesetzesänderungen zugunsten von benachteiligten Gruppen wie beispielsweise Sozialhilfe-Empfängern, Migranten oder Frauen vorschlägt. Die Intention der Beleidigung ist dabei dem Beleidigten zu unterstellen, dass er zwar gute Absichten habe, aber leider aufgrund mangelnden Sachverstands die tatsächlichen nachteiligen Auswirkungen seiner Vorschläge nicht durchblickt. Dies mag in Einzelfällen sogar berechtigt sein, aber leider wird diese Beleidigung im Regelfall meinen Beobachtungen zufolge mißbraucht um dem politischen Gegner generelle Inkompetenz zu unterstellen anstatt zu argumentieren.
Die Telekom prescht vor! Und mehr Material.
Ich will ja nicht irgendwelchen Psycho-Statistiken das Wort reden, aber hierbei mußte ich schon schmunzeln und an die ‘Gutmenschen’ denken.
Komme gerade frisch aus einem Gutmenschen-Markt. Habe mir dort Demeter-Ziegenmilch gekauft. Schmeckt ganz vorzüglich. Habe mich dann gefragt, ob Ziegenmilch womöglich klimafreundlicher ist als Kuhmilch. Die relevante Kennziffer dürfte dabei die Menge an Methan pro Liter Milch sein. Die einzige halbwegs vertrauenserweckende Quelle, die ich auf die Schnelle gefunden habe sagt dazu folgendes:
Ein “ewe” ist ein weibliches Schaf. Hier sieht es also so aus, als wenn die Kuh sogar besser dasteht. Wie ich anderweitig gelesen habe schwankt die Jahresmilchproduktion einer Ziege mit 400 bis 2000 kg aber ganz erheblich und mit steigender Jahresproduktion verbessert sich der Methan-Milch-Quotient. Der Autor hat mit 600 kg Jahresproduktion für die Ziegen eher am unteren Rand angesetzt, während mit 5500 kg bei den Kühen schon deutlich näher am aktuellen Durchschnittswert von 8000 kg liegt. Ich vermute wenn man eine Ziege mit hoher Jahresproduktion betrachten würde, dann stünde die Ziege im Vergleich besser da.