saving sustainable energy 12. Mar 2010
Ich befinde mich seit mehr als einem Jahrzehnt im Besitz zweier sogennnanter Deckenfluter. Diese produzieren ein indirektes Licht welches im Vergleich zur herkömmlichen Glühbirnenbeleuchtung für eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens sorgt. Dies wird mir immer wieder von Besuchern meiner Wohnung attestiert. Die Leuchten verfügen über einen R7s-Sockel und produzieren mit einer Halogenglühlampe bei 230 Watt Leistung einen Lichtstrom von 5000 Lumen. Diese Deckenfluter mit ihrem relativ hohen Stromverbrauch wurden zu einem Zeitpunkt angeschafft wo Stromsparen zwar durchaus diskutiert wurde, aber eher im Hinblick auf den Geldbeutel als in Hinblick auf einen Klimawandel.
Nun könnte man natürlich in Zeiten von Ökostrom die zugegebenermaßen leicht naiv klingende Frage stellen wozu überhaupt noch Strom sparen, wenn doch der Ökostrom ohne Produktion von klimafeindlichen Gasen hergestellt wird. Die Einzige Stellungnahme zu dieser Frage die ich gefunden habe stammt von Dominik Seebach vom Freiburger Öko-Institut. Er schreibt unter anderem, dass auch die Nutzung von erneuerbaren Energien negative Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. Das mag im Einzelfall stimmen, aber viel wichtiger erscheint mir, dass die Produktion von Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom Energie und wertvolle Ressourcen verbraucht. Außerdem wird hoffentlich irgendwann der Zeitpunkt eintreten, wo hinreichend viele Bürger zu einem echten Ökostrom-Anbieter gewechselt haben und die Anbieter nicht mehr hinterherkommen mit dem Ausbau der regenerativen Energien, spätestens dann wird Stromsparen ganz offensichtlich interessant.
Was mache ich nun also mit meinen beiden Deckenflutern? Eine Reduktion der Leistung kommt nicht infrage, weil dadurch ja auch die Helligkeit reduziert werden würde. Bleibt also der Austausch des Leuchtmittels und die Frage wieviel Lichtausbeute die unterschiedlichen Leuchtmittel so bieten. Die klassische Glühlampe ist natürlich indiskutabel, ihre Lichtausbeute ist noch schlechter als die einer Halogenglühlampe. Es würden Glühlampen mit einer Leistung von 330 Watt benötigt werden um dieselbe Helligkeit zu produzieren. Dann gibt es die vieldiskutierten Kompaktleuchtstofflampen welche mittlerweile sogar mit einer R7s-Fassung verfügbar sind. Hier wäre eine Leistung von 80 Watt nötigt um dieselbe Helligkeit zu produzieren. Leider sind diese Lampen jedoch nicht mit dieser Leistung verfügbar. Noch etwas besser liegen Kompaktleuchtstofflampen für gewerbliche Anwender. Hier wären nur 60 Watt nötig für dieselbe Helligkeit. Diese sind jedoch nicht mit einer R7s-Fassung verfügbar. Außerdem stark im kommen sind LED-Scheinwerfer. Es gibt mittlerweile Modelle die mit 50 Watt satte 5000 Lumen erzeugen. Nach dem Stand der Technik im Labor würden sogar 25 Watt für 5000 Lumen reichen.
Nun ist die Helligkeit natürlich nicht das einzige Merkmal eines Leuchmittels. Andere Faktoren sind Dimmbarkeit, Farbtemperatur und Kosten. Die Dimmbarkeit war lange Zeit ein Problem bei Kompaktleuchtstofflampen, mittlerweile gibt es Modelle die behaupten problemlos dimmbar zu sein. Die Farbtemperatur war ein Problem sowohl bei Kompaktleuchtstofflampen als auch besonders bei LED-Scheinwerfern. Jeder der mal auf der Autobahn von einem kalten LED-Scheinwerfer geblendet wurde weiß was ich meine. Der gruseligste Ausfall bezüglich Farbtemperatur ist mir bei LED-Weihnachtsbeleuchtung begegnet. Auf der Verpackung stand etwas von Gemütlichkeit, aber die Realität war einfach nur scheußlich. Die Kosten für Kompaktleuchtstofflampen sind mittlerweile durchaus in zivilen Regionen angekommen. Bei LED-Lampen liegen sie leider immer noch jenseits von gut und böse.
Schlußendlich werde ich an meinen Deckenflutern erstmal nichts ändern, den Markt für stromsparende Leuchtmittel aber weiterhin aufmerksam verfolgen und bei Erneuerungsbedarf das Modell Oligo Dolce Vita ohne den bunten Firlefanz und mit zwei warmweißen 25 Watt-Kompaktleuchtstofflampen oder den zugegeben etwas unromantischen LED-Scheinwerfer mit 50 Watt und 3000 K Farbtemperatur in Betracht ziehen, auch wenn die Kosten mit jeweils um die dreihundert Euro mehr als ein zehnfaches einer günstigen Deckenfluterlösung betragen. Wer übrigens mal wissen möchte warum in Zukunft bei Ausschreibungen für Hausmeisterstellen zertifizierte Linux-Administratoren gesucht werden, der sollte sich mal PortaLuce angucken.
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