germany is more than just berlin 17. Apr 2010

Während der Gespräche mit den Bewerbern für das freie Zimmer in meiner Wohngemeinschaft in den letzten Wochen ist mir eine Gruppe von Menschen besonders negativ aufgefallen. Ich nenne sie mal die Gruppe der ignoranten europäischen Berlin-Hype-Enthusiasten. Ihre Mitglieder zeichnen sich dadurch aus, dass sie zwar Berlin für die wichtigste Stadt der Welt halten, aber gegenüber dem Rest von Deutschland demonstratives Desinteresse walten lassen. Diese leicht schizophrene Variante der Inländerfeindlichkeit scheint vor allem bei Zuzüglern aus dem europäischen Nachbarland aufzutreten, insbesondere bei den Erasmus-Studenten.

Ich finde es vollkommen legitim eine Präferenz für eine Stadt in einem Land zu haben, und diese auch zu äußern, aber dieses teilweise sogar ungefragt kommunizierte demonstrative Desinteresse am ganzen Rest von Deutschland zeugt für mich nicht nur von geistiger Einfältigkeit sondern hat in meinem Empfinden schon ganz klar rassistische Züge. Falls ich nach Amerika auswandern müßte, würde ich natürlich am ehesten nach New York ziehen, aber ich erzähle doch meinem potentiellen zukünftigen Mitbewohner bei dem Bewerbungsgespräch nicht, dass ich New York für die einzige relevante Stadt in Amerika halte und der Rest mir herzlich am Arsch vorbeigeht weil man dort ja eh nur den typischen Amerikaner antrifft. Wer mit so einer dummdreist-ignoranten Haltung in ein Land zieht, der soll doch bitte da bleiben wo er herkommt.

 

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