everybody hates bank executives 29. Apr 2010

Ortseifen wird in dem Prozess Marktmanipulation und Untreue vorgeworfen, er soll die Bank durch nicht genehmigte, 120.000 Euro teure Umbauten in seiner Dienstvilla geschädigt haben. Ob Ortseifen dazu berechtigt war, konnte Henkel “nicht ausschließen”. Er wisse das nicht. Seine Aussage wirft allerdings die Frage auf, ob die Kontrolleure 2007 - da gehörte Henkel dem Gremium nicht mehr an - tatsächlich nichts von der Schieflage der Bank wussten, deren Rettung letztlich fast zehn Milliarden Euro kostete. (Quelle: Handelsblatt)

Und das ist nur die tagesaktuelle Spitze des Eisbergs. In Anbetracht solcher Exzesse wundert es kaum, dass in der allgemeinen Bevölkerung der Bankenmanager zu den unbeliebtesten Berufsständen gehört. Selbst eine Tätigkeit im Drogen-, Waffen- und Menschenhandel dürfte dem gemeinen Bundesbürger im Vergleich zu den Exzessen der Bankenmanager mittlerweile als ehrbarer Beruf erscheinen. Ja, wahrscheinlich genießt sogar der Berufsstand des Henkers ein höheres Prestige. Dieser Umstand wird insbesondere dadurch befördert, dass es in Deutschland vollkommen normal ist wegen dem unerlaubten Verzehr eines Brötchens seine Anstellung zu verlieren, im Bankengewerbe aber ein Diebstahl eine persönliche Bereicherung von 60 Millionen als Kavaliersdelikt gilt und von der Justiz mit einer milden Geldstrafe von drei Monatsgehältern geahndet wird. Willkommen in der Klassenjustiz in Deutschland!

 

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