an interview with a neoliberal 29. May 2010
Heute im Gespräch Herr Müller und Herr Schlauberger
M.: Wir müssen ja jetzt alle sparen, was schlägt Ihre Partei denn vor, wo wir da so anfangen sollen?
S.: Wir sollten am besten da anfangen wo das Geld in Kübeln aus dem Fenster geworfen wird, bei den elenden Sozialschmarotzern! Jahrelang haben diese in Saus und Braus gelebt während es bei den hart arbeitenden Finanzbrokern und Hoteliers am Ende doch wieder nicht für die längere Yacht gereicht hat.
M.: Aber ist das denn wirklich so wichtig, diese Länge der Yacht, ich meine tut es denn nicht auch eine kürzere?
S.: Unter keinen Umständen! Stellen sie sich doch mal vor, sie stehen in der siebten Klasse nach dem Sportunterricht in der Sammeldusche und plötzlich zeigt der freche Hochhausjunge auf ihren Unterkörper und alle lachen.
M.: Welche Erniedrigung!
S.: Jawohl, und deswegen muss unsere Partei entschieden gegen dieses Pack vorgehen!
M.: Was schlagen Sie denn so konkret vor?
S.: Wir werden eine Mietpauschale einführen!
M.: Was erhoffen Sie sich davon?
S.: Naja, zum einen wollen natürlich Kosten sparen, aber was viel wichtiger ist, ist dass wir die Gesellschaft klarer strukturieren wollen.
M.: Strukturierung in welchen Sinne?
S.: Wir wollen eine räumliche Trennung forcieren. Das Schmarotzerpack soll in die Vorortghettos ziehen während die Mitglieder unserer Partei die Innenstadt unter sich aufteilen.
M.: Was wäre denn im Sinne der Strukturierung ein idealer Endzustand?
S.: Na, wenn die Asozialen alle draußen sind, dann werden wir eine Mauer um die Stadt ziehen und dann sollen die draußen gucken wo sie bleiben!
M.: Haben Sie nicht Angst, dass es eventuell Widerstand gegen Ihre Pläne geben wird?
S.: Wir werden das schleichend machen, das hat bei der Aufwertung der Innenstadt auch schon hervorragend funktioniert. Durch die gestiegenen Mietpreise habe ich bei meiner Stadtwohnung mittlerweile ausschließlich Parteifreunde als Nachbarn!
M.: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch und wünsche Ihnen viel Erfolg!
Freund Feind Parteifreund. M. sollte nochmal darueber nachdenken ob es ihm wenn seine Strategie aufgeht wirklich besser geht.
Du meinst S.?
jo.