the youth is doomed! we're all lost! 06. Aug 2010

Jetlirs Abgeklärtheit ist typisch für die Jugend von heute; das bestätigen mehrere aktuelle Studien. Ausgerechnet die erste Generation, die sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen kann, nimmt das Medium nicht übermäßig wichtig und verschmäht seine neuesten Errungenschaften: Ganze drei Prozent der jungen Leute schreiben selbst ein Blog. Und nicht mehr als zwei Prozent beteiligen sich regelmäßig an der Wikipedia oder sonst einem vergleichbaren Freiwilligenprojekt. Nicht minder konsequent ignoriert die Null-Blog-Generation kollektive Linksammlungen wie Delicious oder Foto-Gemeinschaftsportale wie Flickr und Picasa. Das ganze hochgelobte Mitmach-Web, auch Web 2.0 genannt, ist den Netzbürgern der Zukunft offenbar völlig egal. Das ergab eine große Studie des Hans-Bredow-Instituts. (Quelle: Spon)

Mal wieder eine dieser vielen Studien in denen die heutige Jugend als eine Generation von hirnlosen Zombies dargestellt wird. Ich weigere mich ehrlich gesagt diese propagierte Realität zu akzeptieren. Obwohl, irgendwer muss ja schließlich die ganzen Youtube-Kommentare schreiben. Ich muss mal T. bei Gelegenheit fragen, ob da was dran ist. Der arbeitet als Sozialpädagoge an einer Schule und hat somit täglichen Kontakt mit dem Untersuchungsobjekt.

Vor allem das Videoportal YouTube ist nebenher, weitgehend unbemerkt, zur globalen Jukebox für den Musikbedarf der Jugend geworden - kaum ein Song, der dort nicht aufzutreiben wäre.

Traue keinem unter dreissig, denn es könnte ein “Youtube-DJ” sein! Der völligen geschmacklichen Verwahrlosung sind in Anbetracht dessen wohl keine Grenzen mehr gesetzt. Ich vermute mal solche Leute streiten sich auch darüber, ob denn jetzt McDonalds oder Burger King die besseren Burger machen würde. Da ist einfach alle Hoffnung verloren.

Die meisten Jugendlichen können problemlos gleichzeitig telefonieren, bei Facebook stöbern und nebenher Musik hören.

Habt ihr schonmal mit jemandem telefoniert der gleichzeitig was im Internet macht? Das kann mir keiner erzählen, dass man das in sinnvoller Weise praktizieren kann. Die inhaltliche und strukturelle Qualität des Gesprächs bricht sofort drastisch ein. Wenn das Gespräch natürlich nur aus einem Austausche von post-deliriösen Grunzlauten besteht, dann macht es sich vermutlich nicht wesentlich bemerkbar.

Kaum einer hat eine Vorstellung, woher die Sachen stammen, die im Netz aufzustöbern sind. Bittet der Lehrer um Quellenangaben, hört er schon mal: “Das habe ich bei Google gefunden.”

Gut, dass ich keine Seminare mit Erstsemestern betreuen muss, ich vermute mal bei Lektüre der Quellenverzeichnisse der Seminarbeiten würden mir die Haare zu Berge stehen.

 

Kommentare (2)

  1. ssp About 8 hours later

    Ich fands auch schockierend, als bei unseren (fast) Ersti-Nachbarn frei mit YouTube geDJed wurde. Das ist natürlich ein ästhetisches Problem und irgendwie auch unsinnig, stromverschwendend etc.

    Kulturell war ein größeres Problem aber eher der schlechte Musikgeschmack.

    Irgendwie wars dann aber doch ganz nett.

    Schon kompliziert, diese Welt.

  2. Stefan 1 day later

    Meine Erfahrung ist, dass ich Einschränkungen der Soundqualität und der Musikauswahl bis zu einem gewissen Grad durch den Konsum von alkoholischen Getränken kompensieren kann. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass die Leute halbwegs sympathisch sind.

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