who is really voting green? 25. Sep 2010
Die Grünen werden ja gerne als Partei der besserverdienenden Prenzlauer Berg-Akademiker bezeichnet. Der Zusammenhang ist sicherlich nicht völlig von der Hand zu weisen, interessanterweise haben sie aber ihr größtes Wählerpotential mitnichten im Helmholtzkiez oder im Kollwitzkiez sondern - Hipster aufgepasst - im Reuterkiez! Dort gaben bei der Bundestagswahl 2009 satte 45% der Wähler den Grünen ihre Zweitstimme (Quelle: Taz).
Mein Eindruck ist ja, daß die Grünen für gutverdienende Staatsangestellte mit Ökofimmel, die sich nicht trauen, direkt CDU zu wählen, sind. Leider kann ich als Außenseiter die ‘kieze’ nicht darauf abbilden.
Prenzlauer Berg: Ex-Hipster-Viertel was jetzt von gutverdienenden Ökospießern bewohnt wird.
Helmholtzkiez und Kollwitzkiez: Die Epizentren des Prenzlauer Bergs.
Neukölln: Viertel mit hohem Anteil an Migranten aus der Türkei und den arabischen Ländern mit großen sozialen Problemen.
Reuterkiez (aka “Kreuzkölln”): Der nördliche Zipfel von Neukölln der an Kreuzberg angrenzt. Hier ziehen seit einigen Jahren die Hipster hin. Die türkischen und arabischen Läden werden im Straßenbild zunehmend von Szenecafés und Galerien verdrängt.
Charlottenburg: Spießerviertel im Westen von Berlin
Naja und das lustige daran ist halt die Tatsache, dass die Bewohner des Reuterkiez sich selbst gerne als so eine Art nonkonformistische Speerspitze betrachten und den Prenzlauer Berg abfällig als das neue Charlottenburg bezeichnen, wobei letzteres durchaus stimmen mag, ersteres jedoch, wie man an dem Rekord-Wahlergebnis der Grünen im Reuterkiez sehr anschaulich sehen kann, schlicht eine Lachnummer ist.
Die ‘großen’ Stadtteile kannte ich schon, aber danke für die ‘Kiez’-Aufklärung.
Mein fortschreitendes Alter verleitet mich ja dazu die ganzen Gentrifizierungssachen mehr als eine Art natürlichen Kreislauf als als etwas destruktives zu sehen.
Dann empfehle ich das Kreuz bei der FDP zu machen :)