die grünen and the interwebs 13. Nov 2010
Ich werde dann gleich mal meine Advokaten damit beauftragen Frau Künast eine saftige Abmahnung zu schicken, die hat sich nämlich auf dem ersten “Netzpolitischen Kongress” der Grünen einfach kurzerhand das Programm der Piratenpartei angeeignet! Angefangen mit Netzneutralität über Open Data, mehr Transparenz in politischen Prozessen, Internet für Hartz IV-Empfänger, Stärkung des Datenschutzes und bis hin zur Ablehnung von Websperren und Vorratsdatenspeicherung gab es einen bunten Strauß an Forderungen, die jedem netzpolitisch Interessierten den Gaumen wässrig gemacht haben dürften. Und dann war da noch dieses markante Statement:
Das Internet grenzt sich für Künast keineswegs als virtueller Raum von der “realen Welt” ab. Beide Bereiche seien “eng miteinander verwoben”, hätten “die gleichen Werte und Regeln”.
Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Aus dem Munde von Frau Künast klingt das natürlich gleich ganz anders als von irgendeinem dahergelaufenen Blogger. Offen bleibt indes die Frage, ob die Redner_innen bei der Veranstaltung Souffleur_innen hatten oder ob sie den ganzen merkwürdigen Computerkram einfach auswendig gelernt haben. Alles in allem hatten sie auf jeden Fall erschreckend gute Berater_innen, so dass man vermuten kann, dass es sich bei diesen um übergelaufene Piraten handelt, die mit dem Frauenanteil bei den Grünen geködert wurden. Nur an einer Stelle haben sie gepatzt, das 2.0-Anhängsel in ihrem “Informationsfreiheit 2.0”-Motto einfach mal sowas von abgelutscht und 2005, dass man damit nun wirklich keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann.
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