society's view on welfare recipients 04. Jan 2011

Wenn ich mich mit Menschen über die Themen Armut, Arbeitslosigkeit und Hartz IV unterhalte, dann beteuern diese stets, dass das ja “alle treffen könnte” und sie “keine Vorurteile” hätten. Oberflächlich mag das vielleicht sogar stimmen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die verzerrende Berichterstattung in den Medien und neoliberale Hetze in der Politik (“Spätrömische Dekadenz”) in den letzten Jahren dazu geführt haben, dass sich im Unterbewußtsein der Menschen eine feste Verknüpfung von Hartz IV und Asozialität gebildet hat. Man kann nicht einfach nur Hartz IV beziehen und ansonsten völlig normal sein. Sowas ist nicht vorgesehen. Hartz IV-Bezieher werden im Fernsehen stets als ungebildet, minderbemittelt, ungewaschen, ohne manieren, geschmacklos, krank und fettleibig dargestellt. Der Hartz IV-Bezieher wird stets als White Trash präsentiert. Dieses Bild wird kontrastiert durch eine statusorientierte Mittelschicht in der man ohne Eigenheim, Auto und Urlaubsreisen als Mensch keinen Wert hat. Letztlich bietet die divergierende Gesellschaft also genau zwei Optionen an, entweder man gehört zu den Gewinnern oder zu den Versagern. Zu letzteren will natürlich keiner gehören, deshalb, deshalb wird der Ellbogen ausgefahren und auf alles getrampelt was niedriger in der gesellschaftlichen Hierarchie steht. Bleibt die Frage auf wem diejenigen herumtrampeln die ganz unten in der Hackordung stehen. Vermutlich lassen sie ihren Frust am Nachwuchs aus, womit die selbsterfüllende Prophezeiung komplett wäre.

 

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