weather, food costs and food waste 12. May 2011

Das “Superwetter” der vergangenen Wochen war leider nicht für alle super:

Das gute Wetter freut Touristen, Gastronomen und Hoteliers – wenig begeistert allerdings sind die Landwirte. Josef Keller, Landwirt auf dem Buchhof in der Nähe der Weinburg, macht sich Sorgen um sein Getreide. Den Ertragsausfall beim Winterweizen schätzt er auf 30 bis 40 Prozent. (Quelle: Südkurier)

Und das hat Folgen:

Weizen wird an den europäischen Rohstoffbörsen mit 240 Euro je Tonne gehandelt. Und die Notierungen dürften weiter steigen – denn in vielen wichtigen Anbaugebieten der Welt herrschen widrige Bedingungen. Wegen anhaltender Trockenheit verzeichnen mehrere US-Staaten extrem schlechte Ernten beim Winterweizen. Gleichzeitig zerstören die Überflutungen im Süden der USA die Ernte des Sommers. In China ist es kaum besser. (Quelle: Berliner Zeitung)

Was bedeutet das für den deutschen Verbraucher?

Wenig Getreide, hohe Preise, das kann dem deutschen Brötchenkäufer schnuppe sein, eigentlich. „Eine zehnprozentige Weizenpreissteigerung schlägt sich beim Brötchen gerade einmal mit 0,3 Cent nieder“, beruhigt Steinmann. Ausbaden müssten die Dürre Menschen in Teilen der Welt, wo das Essen eh knapp sei und wo steigende Weltmarktpreise auch gleich größeren Hunger bedeuteten. (Quelle: Der Westen)

Etwas ausführlicher erläutert:

Die Verbraucher in den reichen Ländern konsumieren in großem Umfang bereits verarbeitete Nahrungsmittel. Der Anteil der Rohstoffkosten am Endprodukt ist oft sehr gering. Eine Verdoppelung der Getreidepreise würde den Preis eines Brötchens nur um etwa fünf Cent steigen lassen. Außerdem geben die privaten Haushalte in reichen Ländern prozentual nur einen geringen Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus, meist etwas über zehn Prozent. Anders sieht das in den armen Ländern aus. Hier werden die Rohstoffe gekauft und dann im Haushalt zubereitet. Außerdem geben die Haushalte einen großen Teil ihres Einkommens für Nahrungsgüter aus. Da schlägt eine Preiserhöhung voll durch. (Quelle: Die Welt)

Besonders pikant in diesem Zusammenhang:

Mehr als die Hälfte der globalen Getreideernte landet nicht auf dem Teller, sondern im Abfall, schreiben die Autoren vom Schwedischen Institut für Lebensmittel und Biotechnologie. Die Müllmengen sind in den Industrieländern - also auch in Deutschland - besonders hoch. Europäer und Nordamerikaner werfen demnach im Schnitt jedes Jahr 95 bis 115 Kilogramm pro Kopf weg. Die Menschen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und in Süd- sowie Südostasien kämen nur auf 6 bis 11 Kilogramm. So erklärt sich, dass die Verbraucher in reichen Ländern laut Untersuchung fast so viele Lebensmittel ungenutzt “entsorgen”, wie südlich der Sahara überhaupt produziert werden: 222 Millionen Tonnen. Besonders hoch sei die Wegwerfquote bei Obst und Gemüse. (Quelle: Taz)

Das in Hipster-Kreisen beliebte Containern ist sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber dennoch eine sympathische Reaktion.

 

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