data privacy in revolutions 23. May 2011

Die deutsche Revolution

Ich bin ja prinzipiell durchaus aufgeschlossen gegenüber Systemstürzen, insbesondere in menschenverachtenden Gewaltregimen ist das definitiv mal eine erstrebenswerte Sache. Was bei mir allerdings so einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt ist die Tatsache, dass ich den Eindruck habe, als dass der Besitz eines datenschutzrechtlich bedenklichen Facebook-Kontos eine verpflichtende Vorraussetzung für die Teilnahme an Revolutionen sei. Man könnte jetzt sicher einwenden, dass man in Anbetracht von mordenden Regierungstruppen über derlei Nebensächlichkeiten hinwegsehen sollte, aber die Vorteile eines verschlüsselten, quelloffenen und dezentralen Revolutionswerkzeuges sind im Falle etwa von Überwachungsmaßnahmen und Internetsperren wohl kaum von der Hand zu weisen. Bis Diaspora endlich fertig und etabliert ist, ist der süße Duft der Revolution aber vermutlich längst schon wieder verflogen.

 

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