web companies think you are stupid 04. Dec 2008
Nachdem ich mich im Juni diesen Jahres über die Awful Bar aufregen mußte sind dieses mal Amazon, eBay und Google die Objekte des Anstoßes. Beim Eingeben von Suchbegriffen oder Tags etwa läßt einen Amazon seit einiger Zeit nicht mehr in Ruhe tippen sondern belästigt einen mit nervigen Vorschlägen.


Als wenn es nicht schlimm genug wäre, dass dies eine visuelle Belästigung darstellt, so mußte ich zu meinem Erschrecken feststellen, dass sich unerfahrene Websurfer sogar von diesem Ablenkmanöver derart irritieren lassen, dass sie sich zu einem Klick auf einen Vorschlag verleiten lassen, der zwar vielleicht eine syntaktische Ähnlichkeit mit ihrem ursprünglichen Suchbedürfnis hat, inhaltlich jedoch meist völlig anders gelagert ist. Für mich sind diese Vorschläge ein Paradebeispiel für Entmündigung und Verdummung des Websurfers dem nicht zugetraut wird zu wissen, was er eigentlich will.
In die gleiche Kategorie fällt die eBay-Suche seit einiger Zeit. Wenn man dort nach etwas sucht und es gibt kein Suchergebnis, dann wird dies nicht etwa korrekt zurückgemeldet sondern stattdessen wird dem Benutzer gerne auch mal das Suchergebnis für eine Teilmenge der Suchbegriffe zurückgeliefert, was bei mir bis jetzt in 100% der Fälle völlig irrelevante Suchergebnisse produziert hat. So habe ich zum Beispiel nach dem färöischen Film Bye Bye Bluebird gesucht und da es dafür keine Suchergebnisse gab wurde mir eben Bye Bye Blackbird präsentiert. Wie nervig ist das denn?
Ähnlich nervig ist auch die Google-Unart bei fehlenden Suchergebnissen einer Phrasensuche (Mehrere Worte in Anführungszeichen) einfach die Ergebnisse für die Suche ohne Anführungszeichen anzuzeigen. Ein positives Beispiel wie man dem Benutzer assistieren kann ohne ihn zu belästigen findet man meiner Meinung nach bei Googles “meinten sie”-Vorschlägen. Diese Vorschläge sind meiner Erfahrung nach gerade bei Tippfehlern oftmals hilfreich oder zumindest unterhaltsam.
greetings from the machine 09. Jan 2008
Geht garnicht: Automatisierte Geburtstagsmails
#3 29. Jan 2007
Komplett seelenlose MySpace-Seiten-Promotionmails von entfernten Bekannten die im Spamordner landen. Wo sie dann eigentlich auch ganz gut aufgehoben sind.
urban acoustic pollution 18. Oct 2006
Zu den größten Untaten der Mobiltelefon-Hersteller gehört mit Sicherheit die Fähigkeit ihrer neueren Erzeugnisse über den integrierten Klingeltonlautsprecher komprimierte Audiodateien abzuspielen. Die Klangqualität dieses Wiedergabemodus wird dabei selbstverständlich von jedem besseren Küchenradio in den Schatten gestellt, insbesondere wenn der Besitzer eines solchen Gerätes den Lautstärkenpegel auf die obere Grenze eingestellt hat. Dann fühlt sich winzige Membran natürlich vollkommen überfordert und gibt nur noch physiologisch bedenklichen Klangbrei von sich. Man sollte also meinen, dass jeder Mensch mit einem halbwegs intakten Gehör niemals auf die Idee kommen würde diesen Wiedergabemodus in Anspruch zu nehmen. Weit gefehlt.
Bereits nun schon seit geraumer Zeit erfreut sich diese Form der akustischen Umweltverschmutzung unter Kindern und Jugendlichen und neuerdings sogar unter vermeintlich Erwachsenen einer stetig wachsenden Popularität. Könnte man das Verhalten bei ersteren noch als pubertäres Imponiergehabe mit identifikationsstiftender Wirkung abtun und milde lächelnd drüber hinwegsehen, ist bei letzteren auf meiner Seite nur noch völliges Unverständnis vorhanden. Das Ausmaß der Belästigung hat mittlerweile derartige Dimensionen angenommen, dass ich eigentlich kaum noch ohne Ohrenstöpsel und/oder geschlossenen Muschelkopfhörer das Haus verlasse und mir insgeheim für derartige Situationen eine Art TV-B-GONE für Mobiltelefone wünsche. Interessant wäre in diesem Zusammhang sicherlich der Besuch des letztjährigen Stop.Spot!-Festivals gewesen, bei dem unter anderem Mercedes Bunz auf einem Symposium zu just dem Thema akustische Umweltverschmutzung anwesend war.
“Sound” als architektonische Komponente und ökologischer Faktor für subjektive Lebensqualität bleibt oftmals ausgeklammert. Audioszenarien entstehen jedoch unentwegt in allen Sozialräumen. Dazu wird die “Buhlschaft” KonsumentIn immer mehr auch ein Opfer des Audio-Brandings. Klingeltöne, Warteschleifen, Tram-Radio gespickt mit Hits, der Soundtrack zur Versicherung, sprechende Fahrstühle und Toiletten, Musik nach Rezept und Witze-Marathons im Rundfunk kreieren eine apokalyptische Mischung aus inszenierter Dauerfröhlichkeit, jugendlicher Dynamik und aggressivem Geplärr.
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