my part of town is more fucked up! 09. Mar 2010
Sara beobachtet auf Spreeblick messerscharf Berliner Hipster und ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung im letzten halben Jahr die Authentizität dieses Berichtes bestätigen!
berlin urban district bitching 01. Mar 2010
Die Perspektive der Zugezogenen.
Neukölln wird zum Anziehungspunkt junger Designer. Die aus Bielefeld stammende Designerin sagt, sie sei nach Berlin gekommen, um hier den Freiraum zu haben, zu experimentieren und zu improvisieren. Und anders als in Prenzlauer Berg wohnen in Neukölln “nicht nur die Hippen und Schönen. Hier muss nichts perfekt sein.” (Quelle: Tagesspiegel)
Die Perspektive des Einheimischen.
Die Designer könnten einmal den ganzen Stadtteil designen. Der ist nämlich weit heruntergekommen. Ich kenne beide Stadtteile seit über zwanzig Jahren und sie sind verkommen und ganz ekelhaft geworden. Eine Veränderung zum positiven wäre eine gute Sache für die Stadt. Als iich 1987 nach Berliun zog, war der Hermannplatz ein schöner, wenn auch etwas rechteckiger Platz, heute ist es ein unangenehmer Elendsplatz und die U-Bahnstation ein Graus. Alle schönen Geschäfte auf der Sonnenallee und Karl-Marx-Straße sind verschwunden und jetzt gibt es endlose Elendketten mit Handyläden und 50-Cent-Shops. Ein Niedergang, der sehr traurig macht. Damals war der Karstadft am Hermannplatz eine tolle Adresse, der Hertie auf der Karl-Marx-Straße ein schönes Kaufhaus mit tollem Sortiment, und weiter oben das Passage-Kino neben der Neuköllner Oper war ein gern besuchtes. Jetzt ist das alles total heruntergekommen und es sind unangenehme Orte geworden. (Quelle: Siehe oben)
Woher kommen eigentlich nur die kleingeistigen Lokalrivalitäten zwischen den verschiedenen Stadtteilen? Ich dachte hier in Berlin wäre man irgendwie etwas gelassener. Leider weit gefehlt, wenn sich die Bewohner des prolligen Neukölln und des schicken Prenzlauer Berg gegenseitig anbitchen kommt mir das tatsächlich vor wie ein fader Aufguss der albernen Köln-Düsseldorf-Rivalität deren Sinn sich mir noch nie erschlossen hat. Wieso künstliche Gräben erzeugen wo keine sind? Sind diese frisch zugezogenen Lokalpatrioten dann eigentlich auch so konsequent ihre Freunde zu schneiden, wenn sie in das verhasste Stadtviertel ziehen? Wird der Konzertbesuch der Lieblingsband abgesagt, weil das Konzert ins Feindesland verlegt wurde? Wahrscheinlich ist es mit dem Lokalpatriotismus wie mit der Religion. Die radikalsten Prediger sind immer die Konvertiten.
hard times for punks in berlin 28. Feb 2010
Wer hätte das gedacht, dass zwielichtige kriminelle Gestalten durch ihre Betrügerein mal den ehrbaren Berliner Punkern ihr Geschäft kaputt machen würden. Da bleibt dann wohl nur noch das Aufhalten der Eingangstür in der örtlichen Sparkassenfiliale übrig.
happy holidays and all the best! 19. Dec 2009

Foto von Rogiro
Ich wünsche allen treuen Lesern hiermit schonmal ein harmonisches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr! Nachdem ich nun den Großteil meines Lebens am Nieder-, Mittel- und Oberrhein verbracht habe werde ich zum neuen Jahr an die Spree übersiedeln. Nur einen Steinwurf entfernt von der Eberswalder Straße habe ich eine gemütliche Altbauwohnung mit schönem Dielenboden gefunden. Die Wohnungssuche war erstaunlicherweise ganz unkompliziert. Am Montag habe ich eine Hand voll Termine vereinbart, am Dienstag die Wohnungen besichtigt und am Mittwoch die Zusage erhalten, schneller und einfacher kanns kaum gehen. Kein Vergleich zu meinen vorherigen Bemühungen bezüglich eines Zimmers in einer Wohngemeinschaft, aber dazu ein andermal mehr.
gentrification in berlin 05. Dec 2009
Das Problem der zunehmenden Gentrifizierung in Berlin ist sicher kein neues. Neu ist jedoch meines Empfindens das Ausmaß der Verdrängung. Das wohl abschreckenste Beispiel ist das Großprojekt Mediaspree, bei dem das komplette Spreeufer mit seelenlosen Kommerzprojekten zugepflastert werden soll. Erfreulicherweise gab es letztes Jahr gegen Mediaspree einen sehr erfolgreichen Bürgerentscheid, dieser hat jedoch meines Eindrucks nach bisher noch keine wirklichen Früchte getragen. In der Zwischenzeit wird die Bar 25 geschlossen und die Maria schwebt in Gefahr. In der Innenstadt sieht es auch nicht viel besser aus. Über dem Schokoladen schwebt ebenfalls das Damoklesschwert. Was bleibt ist fleißig demonstrieren und die Widerstandsprojekte finanziell zu unterstützen. Sowohl Mediaspree Versenken (Kontoverbindung In der linken Spalte), als auch Megaspree und das Schokoladen (ganz nach unten scrollen) können sicher jeden Cent für ihre Anwalts- und Organisationskosten gebrauchen.