bionade parents considered harmful 30. Aug 2010
Eltern, die sich mit Hingabe um ihre Kinder kümmern, das geht nun wirklich garnicht. Ich plädiere stattdessen für Fertigkost vom Discounter und eine tägliche mehrstündige Berieselung durch das Privatfernsehen, alles andere ist doch kein Leben!
urban farming in berlin 20. Aug 2010
Ich finde urbane Landwirtschaft eine ziemlich spannnende Sache und wenn ich noch länger in Heidelberg geblieben wäre, dann hätte ich auf jeden Fall mal bei Wildwuchs vorbeigeschaut, aber wichtig finde ich bei solchen Projekten, dass sie selbstverwaltet sind, sprich eine demokratische Vereinstruktur haben. Mit Projekten wie dem Prinzessinnengarten kann ich daher eher weniger anfangen, da mir dort die Selbstbestimmtheit fehlen würde und ich keine Lust darauf hätte, dass sich die Betreiber vor der Kamera im Glanz meiner Arbeit sonnen. Natürlich können demokratische Prozesse manchmal kräftezehrend sein, aber lieber eine zähflüssige Demokratie als eine effiziente Diktatur.
lefties getting older in kreuzberg 19. Aug 2010
Es ist krass, dass wir uns in einem links-alternativen Multikulti-Millieu bewegen – und Eltern die nicht-deutschen Anteile an Schulen diskutieren. Vor fünf Jahren hätten dieselben Leute das Gespräch abgebrochen und gesagt: Was soll das heißen, nicht-deutscher Kinderanteil? In solchen Momenten merkt man, dass sich Linke und Türken nicht mischen. Man fühlt sich vielleicht multikulti, weil man den Namen des Bäckers kennt – aber wenn es um die Kinder geht, fallen die Hüllen. Dann sagt natürlich jeder: Mein Kind soll das Beste kriegen. (Pola Roy in Zitty 16/2010)
Meine Empfehlung: Kommt ins Ökospießer-Viertel! Hier ist alles ganz heimelig und es gibt viele gut erzogene gleichaltrige Spielkameraden die nicht nur Deutsch sondern auch noch Englisch und die Grundzüge des Chinesischen beherrschen!
formal adressing in berlin 18. Aug 2010
Vorletzte Woche hatte ich eine völlig bizarre Erfahrung. Ich wurde das erste mal seit Monaten in Berlin von einem Einheimischen gesiezt. Mir ist schier die Kinnlade heruntergesackt. Der Tatort war eine etwas posche Bar in einem Multiplex-Kino am Potsdamer Platz. Das letzte mal, dass ich mich davor erinnern kann von einem Nicht-Touristen gesiezt worden zu sein war im Januar, als ich mich im Bürgeramt angemeldet habe. Beamten halt.
i really like my part of town 12. Aug 2010
Im Prenzlauer Berg gibt es seit März diesen Jahres ein neues vegetarisches Bio-Fast-Food-Restaurant namens Vego Foodworld welches nur wenige hundert Meter von meiner Wohnung entfernt ist. Es war mir bisher nicht aufgefallen, weil es nicht auf meinen üblichen Routen liegt. Ich habe es heute mal einem spontanden Test unterzogen und war sehr angetan. Der Burger den ich gegessen habe war nicht zu fettig, schmeckte frisch und war geschmacklich ausdifferenziert. Aufgrund der Website würde man vielleicht einen sterilen Mitteladen erwarten, die Atmosphäre ist aber im Gegenteil sehr persönlich.
Die andere Sache, welche ich gerade auf einem Aushang entdeckt habe ist ein Online-Supermarkt namens Zimmerservice, der seine Firmenzentrale ebenfalls nur einen Steinwurf weit entfernt von meiner Wohnung hat. Das Layout der Seite ist erfrischend, die Preise sind fair, es gibt auch gekühlte und frische Waren sowie Bioprodukte, man kann sich ein zwei Stunden-Lieferfenster zwischen 6 und 24 Uhr aussuchen und ab fünfzig Euro wird versandkostenfrei geliefert. So wie ich mir das Amazon-Angebot eigentlich vorgestellt hatte.