reprodukt u-bahn advertising 06. Jul 2010
Da bin ich ja mal gespannt wie lange dieses Plakat hängenbleibt. Mein Vorschlag: Macht es einfach wie der Hauptmann von Köpenick!
sobering leftie answer to andi 05. Jul 2010
Die komplett humorfreie und strunzdumme Antwort der linksradikalen Szene auf die dritte Ausgabe von Andi heißt Mandi. Das einzige ansatzweise unterhaltsame an dem Comic ist der dämliche Name, ansonsten herrscht gähnende Langeweile auf weiter Flur.
your heart is an empty room 05. Jul 2010
swedish american comic adventures 04. Jul 2010

Als ich mich im eisigen Januar mal ein wenig in den Stockholmer Comicläden umgesehen habe, bin ich unter anderem auf Fumlig aus dem Hause Galago gestoßen. Die skizzenhaften Zeichnungen und der sensible introvertierte Hauptdarsteller haben mir auf Anhieb gefallen. Da ich nur zwei Tage Zeit für meine Einkäufe hatte bin ich das Angebot der Läden in einem ziemlichen Eiltempo durchgegangen und so ist mir dann erst nach der Rückkehr in Berlin aufgefallen, dass Fumlig gar kein originär schwedisches Buch ist sondern vielmehr die schwedische Übersetzung von Clumsy dem erfolgreichen Debütroman des amerikanischen Autors Jeffrey Brown, wobei der Text der schwedischen Ausgabe lustigerweise vom Autor höchstpersönlich gezeichnet wurde. Das Buch hat keine zusammenhängende Geschichte sondern besteht stattdessen vielmehr aus einer Aneinanderreihung von Alltagsbeobachtungen in denen die Beziehung zwischen dem Hauptdarsteller und seiner Freundin dargestellt wird. Das klingt jetzt vielleicht erstmal furchtbar unspektakulär und oberflächlich, aber wer im Alltag stets ein Auge für die kleinen Dinge hat, der wird das Talent des Erzählers zu schätzen wissen diese ganz unbeschwert in seinen grafischen Kurzgeschichten einzufangen.
Während Fumlig in Schweden im allgemeinen sehr positiv aufgenommen worden ist, bin ich bei meiner Kurzrecherche erstaunlicherweise auch über einen knallharten Verriss gestolpert. Die Kurzbesprechung im schwedischen Revolverblatt Expressen stellte sich bei aufmerksamer Lektüre jedoch als hervorragendes Beispiel dafür heraus, dass ein schlechter Verriss stets mehr über die Psyche des Autors als über das zu rezensierende Werk verrät. Wenn Johan Hilton in seiner Rezension den Hauptdarsteller als einen würdelosen, selbstmitleidigen, bestätigungssuchenden Versager bezeichnet, dann kann man zwar auch mit viel Phantasie keinen inhaltlichen Zusammenhang mit dem Buch herstellen, aber Herr Hilton führt uns in aller Plastizität vor, mit welcher Verzweiflung er sich an ein anachronistisches Männerbild klammert welches in der schwedischen Gesellschaft mittlerweile in die völlige Bedeutungslosigkeit abgerutscht ist.
Seit der Veröffentlichung seines Debütwerkes ist Jeffrey Brown nicht untätig gewesen. Mit Undeleted Scenes gibt es seit letztem Monat eine neue Sammelausgabe welche in Form von Auszügen einen Überblick über die Werke der letzten Jahre bietet, wobei der vermutlich interessanteste Teil des Buches der vollständige Abdruck von Be A Man ist. Hier lasse ich den Verlag am besten mal selbst zu Wort kommen.
Jeffrey Brown’s own self-parody of his “ultra-sensitive” graphic novel, Clumsy. A heaping of in-your-face male chauvinism, over-the-top machismo, and self-involved gratification. For all those jerks who complained that Jeffrey Brown was a sissy, finally you can see him “Be a man!”
Vielleicht bietet diese literarische Figur ja eine größere Identifikationsfläche für den Herrn Hilton. Ich habe mir auf jeden Fall gerade ein Exemplar von Undeleted Scenes bestellt und werde mir für die genussvolle Lektüre schonmal ein schattiges Plätzchen im Park reservieren.
entertaining extremist comics 20. Apr 2010

Weil’s gerade so gut passt, hier der kurze Hinweis auf die Comics zum Extremismus des Innenministerium Nordrhein-Westfalen. Es gibt jeweils eine Ausgabe zum Rechtsextremismus, Linksextremismus und Islamismus. Die Comics sind als PDF verfügbar und können aber auch kostenfrei per Post bestellt werden. Mein kleiner Bruder hat seinem linken Steinewerfer-Freund die Ausgabe zum Linksradikalismus zum Geburtstag geschenkt und dieser war hellauf begeistert ob der originalgetreuen Detailwiedergabe. Ein Freund von mir - seines Zeichens promovierter Marxist - kritisierte indes die Beschreibungen bestimmter Gruppierungen als zu reduziert und tendenziös. Ich fand die Comics auf jeden Fall recht unterhaltsam und teilweise durchaus lehrreich.
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