bahn booking interface failure 17. Dec 2009

Es ist mir völlig rätselhaft wieso es für einen Konzern mit mehr als 33 Milliarden Euro Umsatz und einem entsprechend hohen IT-Budget seit Jahren eine scheinbar unlösbare Aufgabe darstellt ein fehlerfreies Feedback in der Buchungsphase seines elektronischen Fahrkartenschalters in einem der führenden Browser darzustellen. Normalerweise würde ich über derartige Darstellungsfehler wahrscheinlich gnädig hinwegsehen, aber wenn sie gerade im entscheidenen Teil der Buchung vorkommen, nämlich dem Teil wo das Geld von seinem Konto abgebucht wird, dann ist dann trotz “sicher abgewickelter Buchungen dank zuverlässiger Verschlüsselungstechnologie” einfach wenig vertrauenserweckend und hinterläßt jedesmal einen schalen Nachgeschmack. Das Phänomen tritt auch bei ausgeschaltetem Werbeblocker auf.
silverlight - internet just got better! 29. Nov 2009
Heute war ich in diesem Internetdingsda und wollte eine von diesen Webseiten in meinem Lieblingsbrauser aufmachen. Das Ergebnis meiner Bemühungen war mehr als bescheiden.

Ich dachte zuerst, es hätte vielleicht eine Kommunikationsstörung zwischen meinem Brauser und dem Anbieter gegeben und lud die Seite erneut. Diese Maßnahme bewirkte jedoch bedauerlicherweise keine Verbesserung der Situation. Der einzige Inhalt der mir präsentiert wurde war nach wie vor ein Werbebanner und - schlecht erkennbar - der Link zum Impressum. Scheinbar hatten die Macher dieser Webseite den Inhalt vergessen. Guter Internetbürger wie ich es bin, guckte ich also nach, wer verantwortlich war um die Macher über ihre Verfehlung zu informieren. Im Impressum war unter anderem eine Firma namens Microsoft als Verantwortlicher für diese Webseite genannt. Microsoft. Diesen Namen hatte ich doch schonmal gehört - ja, richtig der Name stand ja auch auf dem Werbebanner auf der Startseite. Normalerweise klicke ich ja nicht auf Werbebanner, es sei denn sie verweisen Webseiten auf denen man leicht bekleidete Frauen sehen kann oder zu günstigen Preisen potenzfördernde Medikamente erwerben kann, aber in diesem Fall entschied ich mich mal eine Ausnahme zu machen. Der Klick auf das Werbebanner führte mich direkt in die Installationsroutine von einem Programm. Üblicherweise hätte ich den Installationsprozess abgebrochen, weil mir mein Systemadministrator Manfred erzählt hat, dass man nicht einfach irgendwelche wild dahergelaufenden fremden Programme aus dem Internet auf seinen Computer installieren soll, die könnten die Sicherheit des Systems gefährden, aber in diesem Fall siegte die Neugier. Nachdem der Installationsprozess abgeschlossen war passierte aber immer noch nichts. Schon wieder so eine Enttäuschung.
Ich dachte mir es wäre an der Zeit dieser Firma Microsoft mal einen Brief zu schreiben über die Probleme mit ihren Produkten. Da kam mir eine Idee. Manfred hatte mir letztens so einen tollen Trick gezeigt wie man ganz einfach den Bildschirm fotografieren konnte. Um meinem Schreiben mehr Aussagekraft zu verleihen würde ich also ein solches Bildschirmfoto von der Webseite anfertigen. Soweit so gut. Als ich jedoch erneut auf die Webseite ging sah die auf einmal ganz anders aus.

Das Werbebanner war verschwunden und stattdessen sah ich einen Fortschrittsindikator wie ich ihn schon von Softwareinstallationen kannte. Nach einer Minute warten erreichte der Zähler endlich die hundert. Ich war etwas enttäuscht, schließlich hatten wir doch extra einen dieser modernen LSD-Zugänge gebucht wo laut der Werbung alles ganz schnell und bunt werden sollte, aber immerhin hatte die vorher leere Webseite nun plötzlich Inhalte!

Neugierig erforschte ich die Webseite. Sie war recht spannend, denn die Navigationselemente bewegten sich wie von Geisterhand. Dynamische Webseite nennt man das glaub ich. Dann war dieses Microsoft also doch keine Briefkastenfirma wie ich zwischenzeitlich befürchtete. In einer Rubrik fand ich dann auch einen recht interessanten Textabschnitt.

Diesen wollte ich dann gleich mal in die Zwischenablage kopieren um sie in eine Mail an meine Kusine Erna einzufügen. Der wollte ich gleich von meinen Erfolgen erzählen. Als ich mit der Maus auf die Textstelle klickte um den Text zu markieren passierte jedoch mal wieder - nichts. Mein neu gewonnenes Selbstbewußtsein drohte rapide zu schwinden. Hatte ich etwa vergessen wie man einen Text richtig markiert? Ich rief Manfred an, der erklärte mir in seiner verständnisvollen Art, da müße ich mir gar keine Vorwürfe machen, das hänge mit diesem Werbebanner zusammen auf das ich geklickt hätte. Darüber hätte ich mir quasi ein neues Internet auf meinen Computer geholt. Die Firma Microsoft sei sehr fürsorglich und beschütze die Internetbürger indem sie sie davor bewahre Urheberrechtsverstöße zu begehen. So richtig überzeugend fand ich seine Ausführungen nicht. Ich fragte ihn, ob ich nicht mein altes Internet wieder zurückhaben könne. Er meinte nein, man müsse nunmal mit der Zeit gehen und Microsoft sei die Zukunft des Internets. Die hätten ja auch jetzt diese tolle Suchmaschine, die einen davor bewahrt, dass man - ganz ausversehen natürlich - nach so perversen Sachen wie Strumpfhosen sucht. Ich bin nach wie vor nicht überzeugt und sage Manfred, dass er der Firma Microsoft doch einen Brief schreiben soll, dass sie in Zukunft bitte die Finger vom Internet lassen soll und besser in dieser Fensterbranche bleiben sollen.
goodbye pro hello consumer 12. Jun 2009
Alle Partner von Apple loben immer die gute Zusammenarbeit mit Cuppertino, doch dieses Mal hat Apple sich ein Eigentor geschossen. SD-Kartenleser sind im Profirechner ganz nett, aber den Workfow umzustellen wegen eines SD-Kartenlesers ist nicht ohne. Die Bilder von Kamera kann ich auch per USB einspielen. Der Profi hat das Kabel immer dabei. Da nutzt es auch nix, dass Apple FireWire 800 standardmäßig in seinen MacBook Pros verbaut. Meine ExpressCard/34-Peripherie liegt künftig teuer herum. Ich muss schauen, dass ich noch ein alten MacBook Pro mit ExpressCard/34 finde. Erinnern wir uns: ExpressCard/34 war auch mal so ein Sonderweg von Apple, von dem man jetzt scheinbar nichts mehr wissen will. (Quelle: Digital Production)
Dass Apple im 15”-Modell keine ExpressCard/34-Schnittstelle sondern stattdessen einen SD-Kartenleser einbaut deute ich jetzt mal als eindeutigen Schritt weg vom Pro-Markt hin zum Consumer-Markt.
superfluous humans 30. Aug 2008
Nachdem die Bahn überall sowohl für den Nah- als auch für den Fernverkehr Fahr- kartenautomaten aufgestellt hat möchte sie nun die überflüssigen Menschen loswerden und ihr Mittel der Wahl nennt sie Bedienzuschlag. Ich schlage vor den Weg konsequent weiterzugehen und als nächstes Fahrkarten mit RFID-Chips zu verkaufen und an den Eingangsbereichen der Wagons Drehkreuze zwecks Kontrolle der Fahrscheine zu installieren. In der ersten Klasse würde es dann weiterhin Wagons ohne Drehkreuze geben mit klassicher Kontrolle am Fahrplatz. Der dafür fällige Kontrollzuschlag wäre bereits im Fahrpreis der ersten Klasse enthalten. Als nächsten Schritt schlage ich die großflächige Einführung von autonomen Lokomotiven vor. Auf ausgewählten Strecken würde es jedoch weiterhin Lokführer geben, für die dann allerdings ein Nostalgiezuschlag erhoben würde.
everything absolutely lost 20. Aug 2008
Dieses tiefe Gefühl der Verlorenheit wenn die Störungsstelle gestört ist.