apple needs to get their ass kicked 19. Jun 2010

Bei Apple werden neuerdings nicht nur die Werke von Pulitzer-Preisträgern zensiert sondern auch Graphic Novels. Der Theaterklassiker The Importance of Being Earnest von Oscar Wilde stand Pate für Het Belang van Ernst des belgischen Autors Tom Bouden. Die Graphic Novel sollte unlängst in einer Ipad-Version veröffentlicht werden. Leider enthält die Geschichte aber nackte Hintern und küssende Männer! Das passt natürlich nicht ins puritanische Weltbild der Firma Apple, die hat die Graphic Novel eiskalt abblitzen lassen und erst nachdem die Presse von der Ablehnung Wind bekam haben sie schnell zurückgerudert. Das sei ja ein bedauerlicher Fehler gewesen. Alles klar. Ich will garnicht wissen wieviel tausende “Fehler” da pro Tag in Cupertino gemacht werden. Ich hoffe doch sehr stark, dass die Politik schleunigst diesem Treiben ein Ende bereitet. Es kann jawohl nicht sein, dass wir dank Apple wieder ins neunzehnte Jahrhundert zurückfallen.

 

apple is evil, but who gives a fuck? 29. Apr 2010

Nicht, dass es nicht auch schon in der Vergangenheit fragwürdiges Verhalten gegeben hätte, aber das hier wirft die Frage auf, ob Apple jetzt aufgrund seines enormen Erfolges bereits dem völligen Größenwahn verfallen ist und meint es könne sich jetzt alles erlauben. Der vielzitierte Vergleich vom “neuen Microsoft” scheint adäquater denn je. Konsequenzen wird das Verhalten allerdings keine haben. Nur weil der Junkie erfährt, dass sein Dealer einen Informanten kalt gemacht hat, wird er trotzdem weiter wie gewohnt sein Heroin kaufen. Vielleicht wäre es die Aufgabe des Staates Entzugskliniken für Apple-Benutzer zu schaffen um sie so allmählich wieder auf gewöhnliche Usability- und Design-Niveaus herunterzuholen und somit das neue Übermonopol Apple zu brechen.

 

the transience of swedish furniture 28. Apr 2010

Nach drei Jahren Benutzung lösen sich gerade meine beiden IKEA-Küchenstühle in ihre Bestandteile auf. Meine amateurhaften Reparaturversuche haben zwar das sofortige Zusammenbrechen verhindern können, aber letztlich ist es nur eine Frage der Zeit bevor das Holz das nächste mal reißt. Nachdem man auf der Website mit respektablen Garantiezeiten von bis zu einem Vierteljahrhundert wirbt, habe ich versucht herauszubekommen in welche Kategorie wohl meine Stühle fallen. Da auf der Produktseite keine diesbezüglichen Informationen zu finden waren habe ich den telefonischen Kundendienst bemüht. Dieser klärte mich dann darüber auf, dass für mein Produkt lediglich die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren gelte. Das ist natürlich schade, aber in Anbetracht des niedrigen Preises nicht weiter verwunderlich. Was hingegen durchaus kritikwürdig ist, ist die Tatsache, dass sie diesem billigen Wegwerfmöbel ausgerechnet meinen Namen geben mußten! Ich möchte nicht, dass die Gesellschaft meinen ehrbaren Namen mit derart minderwertiger Produktqualität assoziiert, das ist eindeutig rufschädigend! Sollen sie ihn doch meinetwegen Wolfgang oder Edmund nennen!

 

bahn booking interface failure 17. Dec 2009

Deutsche Bahn Buchungsschnittstelle

Es ist mir völlig rätselhaft wieso es für einen Konzern mit mehr als 33 Milliarden Euro Umsatz und einem entsprechend hohen IT-Budget seit Jahren eine scheinbar unlösbare Aufgabe darstellt ein fehlerfreies Feedback in der Buchungsphase seines elektronischen Fahrkartenschalters in einem der führenden Browser darzustellen. Normalerweise würde ich über derartige Darstellungsfehler wahrscheinlich gnädig hinwegsehen, aber wenn sie gerade im entscheidenen Teil der Buchung vorkommen, nämlich dem Teil wo das Geld von seinem Konto abgebucht wird, dann ist dann trotz “sicher abgewickelter Buchungen dank zuverlässiger Verschlüsselungstechnologie” einfach wenig vertrauenserweckend und hinterläßt jedesmal einen schalen Nachgeschmack. Das Phänomen tritt auch bei ausgeschaltetem Werbeblocker auf.

 

silverlight - internet just got better! 29. Nov 2009

Heute war ich in diesem Internetdingsda und wollte eine von diesen Webseiten in meinem Lieblingsbrauser aufmachen. Das Ergebnis meiner Bemühungen war mehr als bescheiden.

Leere Webseite

Ich dachte zuerst, es hätte vielleicht eine Kommunikationsstörung zwischen meinem Brauser und dem Anbieter gegeben und lud die Seite erneut. Diese Maßnahme bewirkte jedoch bedauerlicherweise keine Verbesserung der Situation. Der einzige Inhalt der mir präsentiert wurde war nach wie vor ein Werbebanner und - schlecht erkennbar - der Link zum Impressum. Scheinbar hatten die Macher dieser Webseite den Inhalt vergessen. Guter Internetbürger wie ich es bin, guckte ich also nach, wer verantwortlich war um die Macher über ihre Verfehlung zu informieren. Im Impressum war unter anderem eine Firma namens Microsoft als Verantwortlicher für diese Webseite genannt. Microsoft. Diesen Namen hatte ich doch schonmal gehört - ja, richtig der Name stand ja auch auf dem Werbebanner auf der Startseite. Normalerweise klicke ich ja nicht auf Werbebanner, es sei denn sie verweisen Webseiten auf denen man leicht bekleidete Frauen sehen kann oder zu günstigen Preisen potenzfördernde Medikamente erwerben kann, aber in diesem Fall entschied ich mich mal eine Ausnahme zu machen. Der Klick auf das Werbebanner führte mich direkt in die Installationsroutine von einem Programm. Üblicherweise hätte ich den Installationsprozess abgebrochen, weil mir mein Systemadministrator Manfred erzählt hat, dass man nicht einfach irgendwelche wild dahergelaufenden fremden Programme aus dem Internet auf seinen Computer installieren soll, die könnten die Sicherheit des Systems gefährden, aber in diesem Fall siegte die Neugier. Nachdem der Installationsprozess abgeschlossen war passierte aber immer noch nichts. Schon wieder so eine Enttäuschung.

Ich dachte mir es wäre an der Zeit dieser Firma Microsoft mal einen Brief zu schreiben über die Probleme mit ihren Produkten. Da kam mir eine Idee. Manfred hatte mir letztens so einen tollen Trick gezeigt wie man ganz einfach den Bildschirm fotografieren konnte. Um meinem Schreiben mehr Aussagekraft zu verleihen würde ich also ein solches Bildschirmfoto von der Webseite anfertigen. Soweit so gut. Als ich jedoch erneut auf die Webseite ging sah die auf einmal ganz anders aus.

Fortschrittsindikator

Das Werbebanner war verschwunden und stattdessen sah ich einen Fortschrittsindikator wie ich ihn schon von Softwareinstallationen kannte. Nach einer Minute warten erreichte der Zähler endlich die hundert. Ich war etwas enttäuscht, schließlich hatten wir doch extra einen dieser modernen LSD-Zugänge gebucht wo laut der Werbung alles ganz schnell und bunt werden sollte, aber immerhin hatte die vorher leere Webseite nun plötzlich Inhalte!

Fortschrittsindikator

Neugierig erforschte ich die Webseite. Sie war recht spannend, denn die Navigationselemente bewegten sich wie von Geisterhand. Dynamische Webseite nennt man das glaub ich. Dann war dieses Microsoft also doch keine Briefkastenfirma wie ich zwischenzeitlich befürchtete. In einer Rubrik fand ich dann auch einen recht interessanten Textabschnitt.

Fortschrittsindikator

Diesen wollte ich dann gleich mal in die Zwischenablage kopieren um sie in eine Mail an meine Kusine Erna einzufügen. Der wollte ich gleich von meinen Erfolgen erzählen. Als ich mit der Maus auf die Textstelle klickte um den Text zu markieren passierte jedoch mal wieder - nichts. Mein neu gewonnenes Selbstbewußtsein drohte rapide zu schwinden. Hatte ich etwa vergessen wie man einen Text richtig markiert? Ich rief Manfred an, der erklärte mir in seiner verständnisvollen Art, da müße ich mir gar keine Vorwürfe machen, das hänge mit diesem Werbebanner zusammen auf das ich geklickt hätte. Darüber hätte ich mir quasi ein neues Internet auf meinen Computer geholt. Die Firma Microsoft sei sehr fürsorglich und beschütze die Internetbürger indem sie sie davor bewahre Urheberrechtsverstöße zu begehen. So richtig überzeugend fand ich seine Ausführungen nicht. Ich fragte ihn, ob ich nicht mein altes Internet wieder zurückhaben könne. Er meinte nein, man müsse nunmal mit der Zeit gehen und Microsoft sei die Zukunft des Internets. Die hätten ja auch jetzt diese tolle Suchmaschine, die einen davor bewahrt, dass man - ganz ausversehen natürlich - nach so perversen Sachen wie Strumpfhosen sucht. Ich bin nach wie vor nicht überzeugt und sage Manfred, dass er der Firma Microsoft doch einen Brief schreiben soll, dass sie in Zukunft bitte die Finger vom Internet lassen soll und besser in dieser Fensterbranche bleiben sollen.

 

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