berlin park problem solved! 27. Apr 2011

Ich habe jetzt endlich das Konzept der FDP verstanden! Es ist ganz einfach: Nichts darf kostenlos sein. Alles muss Geld kosten. Alles. Am besten viel Geld. In der Sprache der MBA-Fuzzis heißt das “Monetarisierung”. Konkret hieße das beispielsweise, wenn die FDP in Berlin an die Macht kommen würde, dann würden erstmal sämtliche Stadtparks umzäunt werden und für das Betreten müsste man einen deftigen Eintritt bezahlen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Nur noch gut betuchtes Klientel könnte sich den Luxus leisten und die Stadt hätte nicht nur die Mehreinnahmen, sondern würde vor allem große Mengen Geld sparen, weil sie dem Pöbel nicht seinen Müll hinterherräumen müsste.

 

simply clever is not really clever 20. Apr 2011

Die Samwer-Brüder kennt jeder, aber kennt ihr auch die Choulidis-Brüder? Die spielen durchaus in einer Liga nur in einem anderen Bereich, nämlich im Mobilfunkgeschäft. Seit Anfang letzten Jahres war ich ohne mein Wissen Kunde bei denen, da ich einen Mobilfunkvertrag bei deren Marke Simply abgeschlossen hatte. Das auschlaggebende Argument für den Vertragsabschluss bei Simply war, dass sie das D1-Netz nutzen, womit man auch in der Provinz und auf Bahnfahrten guten Empfang hat. Im Prinzip war ich eine ganze Weile recht zufrieden, das hat sich nun jedoch geändert.

Vor kurzem haben sie im Kundenbereich ihrer Website ihren neuen Tarifv “Simply Clever” beworben. Ich habe sehr aufmerksam die Tarifbedingungen studiert und konnte keinen Haken entdecken, also habe ich einen Tarifwechsel ausgelöst. Ein wenig stutzig wurde ich, als ich dann darüber informiert wurde, dass ich eine neue Simkarte zugeschickt bekommen würde, damit der neue Tarif funktioniert, aber unbedarft wie ich bin, habe ich mir dabei erstmal nichts gedacht. Als kurze Zeit später die Simkarte in’s Haus geflattert kam und aktiviert wurde erlebte ich dann beim Konfigurieren des Mobiltelefons das böse Erwachen. Wie ich durch mein Internetprofil erfuhr wäre ich nun nicht mehr im Netz von T-Mobile sondern im Netz von O2! Das empfinde ich als ziemlich starkes Stück, weil mir dies von Simply zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt worden war, obwohl dies außerhalb von Ballungsräumen eine massive Verschlechterung der Leistung darstellt.

Da ich innerhalb der 14-tägigen Widerspruchsfrist bin werde ich die O2-Netz-Simkarte einfach zurückschicken, aber ärgerlich ist es trotzdem. In irgendeinem Netzforum hat jemand den treffenden Vergleich gebracht, dass selbst die Ferengi wohl noch etwas von den Choulidis-Brüdern lernen könnten.

 

watermark free media seal needed 19. Apr 2011

Digitale Wasserzeichen fallen für mich in eine Schublade mit Gentechnik und Atomkraft, alles Teufelszeug einer gewissenlosen Industrie. Während aber im Bereich der Gentechnik und der Atomkraft jeweils ein Gütesiegel existiert, ist mir für den Bereich der audiovisuellen Medien derartiges nicht bekannt. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall, weil es völlig unpraktikabel ist vor jedem Kauf aus fremder Quelle erstmal seitenlange allgemeine Geschäftsbedingungen zu studieren und das Netz nach entsprechenden Hinweisen abzugrasen.

 

the state of lefty projects in berlin 28. Mar 2011

Die Räumungen der Liebigstraße 14 und des „Umsonstladens“ in der Kastanienallee vor einem halben Jahr zeigen: Immer mehr links-alternative Projekte werden aus der Innenstadt verdrängt. Eine weitere Räumungsklage läuft schon gegen das Kulturprojekt „Schokoladen“ in der Ackerstraße in Mitte. Der Eigentümer will das Haus umbauen und anders nutzen. Wegen des erfolgreichen Kultur- und Musikprogramms des Schokoladens hat der Bezirk dem Eigentümer einen Grundstückstausch angeboten – eine weitere Räumung will man sich ersparen. (Quelle: Tagesspiegel)

Berlin scheint langsam zu merken, dass es ohne gewachsene Alternativkultur zum seelenlosen Abziehbild verkommt.

 

my two cents on the spreeufer 09. Mar 2011

Ich bin fest davon überzeugt wenn man im Wahlbezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Umfrage zur Verschönerung des Spreeufers machen würde wäre eine Mehrheit für eine sofortige Sprengung der O2-Halle. Ich kenne wirklich niemanden der von diesem Mahnmal des Dreckskapitalismus nicht angewidert ist.

Was die geplanten Bonzenresidenzen angeht so bin ich hin- und hergerissen. Einerseits ist da natürlich das überbordende Ekelgefühl der Vorstellung so ein Dreckspack in seiner Nachbarschaft zu haben, aber andererseits könnte man auch pragmatisch argumentieren dass das Dreckspack sowieso nach Berlin kommt und ruhig in die Luxusquartiere einziehen soll, anstatt anderen die Wohnung wegzunehmen.

 

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