caught in a state of nothing 26. Apr 2011
he can’t relax
he can’t fall asleep
he can’t sleep
he can’t wake up
he can’t stay awake
he can’t read
he can’t listen
he can’t focus
he can’t decide
what’s left to do?
just ordinary springtime confusions 25. Apr 2011
Diese Scharen von leicht bekleideten weiblichen Wesen auf den Bürgersteigen machten den sensiblen jungen Mann ganz wuschig im Kopf. Waren das nun diese legendären Frühlingsgefühle von denen sie ihm sein ganzes Leben erzählt hatten?
i'm actually more the casual type 02. Sep 2010
Bei Meinungsdifferenzen bin ich erfahrungsgemäß in den allermeisten Fällen jemand der zwischen den Stühlen steht. Ich neige meiner Selbsteinschätzung nach selten zu extremen Meinungen sondern bin in aller Regel sehr konsensorientiert. Ich übernehme ganz oft die Vermittlerrolle zwischen zwei extremen Haltungen. Ausnahmen mache ich aber ganz klar bei populistischen Politikern, menschenverachtenden Unternehmern, verantwortungslosen Unternehmensberatern, Aktienspekulanten und Befürwortern von Internetzensur und Überwachung. Diese Menschen sind für mich das personifizierte Böse. Bei diesen Menschen vergesse ich auch gerne mal meine gute Schule und verwende polemische Begriffe um meine starke Aversion zum Ausdruck zu bringen. Interessant wäre mal zu wissen warum gerade das meine Reizthemen sind. Ich vermute mal jeder hat seine eigenen Themen wo er eine knallharte Meinung fährt. Frage in die Runde: Bei welchen Themen seid ihr kompromisslos?
slightly scary language changes 04. May 2010
Im Zuge meiner zaghaft einsetzenden Re-Emotionalisierung bin ich unlängst über eine persönliche Verhaltensänderung gestoßen, die mir zu denken gegeben hat. In meiner Rolle als Lieutenant Commander Data hatte ich stets eine ausgeprägte Abneigung gegenüber ordinärer Sprache und redundanter Interpunktion. Meine Wahrnehmung des Einsatzes von Ausrufezeichen am Satzende sah beispielsweise in etwa wie folgt aus:
- Kein Ausrufezeichen: Normalkommunikation.
- Ein Ausrufezeichen: Starke Hervorhebung!
- Zwei Ausrufezeichen: Zuviel Kaffee getrunken!!
- Drei Ausrufezeichen: Therapiewürdige Manie!!!
- Mehr als drei Ausrufezeichen: Gehört in eine geschlossene Anstalt!!!!!!!!!!
In meiner eigenen Kommunikation habe das Ausrufezeichen sehr zurückhaltend und stets nur in einfacher Ausführung eingesetzt. Alles andere erschien mir unangemessen. Wie ich nun in den letzten Wochen beobachtet habe, hat sich diesbezüglich bei mir ein Wandel vollzogen. Ich setze in meiner privaten Korrespondenz plötzlich mit Vorliebe das doppelte Ausrufezeichen ein. Ich benutze es beispielsweise um starke Widerspruche zwischen der öffentlichen Meinung und der tatsächlichen Realität zu verdeutlichen. Oder um einen ironischen Kommentar zu einem besonders grotesken Zitat zu kennzeichnen. Ebenfalls ist mir aufgefallen, dass ich in privaten Mails neuerdings mit Vorliebe ordinäre Sprache einsetze. Natürlich nur, bei der Kommunikation mit Männern. Bei den Frauen verfüge ich nach wie vor über einen gepflegten Umgangston. Ich bin ja schließlich kein Barbar!
Beide Beobachtungen haben mir ein wenig Angst gemacht. Ich fremdelte ein wenig mit mir selbst. Wie geht es in Zukunft weiter? Ist das ein Verhalten was sich noch steigern wird? Droht womöglich irgendwann der völlige persönliche Kontrollverlust? Ich werde mich weiter im Auge behalten und gegebenenfalls disziplinarische Maßnahmen einleiten.
late night drunken confessions 04. May 2010
Nach fast zehn Jahren mehr oder weniger völliger emotionaler Apathie verfüge ich seit kurzem wieder über so etwas wie ein Gefühlsleben. Ich weiß noch nicht so recht wie ich damit umgehen soll. Erstmal ist das sehr positiv. Anstatt mich wie ein Zombie zu fühlen, habe ich das Gefühl wieder zu leben. Emotionen gehören ja schon irgendwie zur menschlichen Existenz dazu. Ohne Emotionen könnten wir ja genauso gut Roboter sein.
In meiner Kinderheit und Jugend war es völlig normal auf einer emotionalen Achterbahn zu fahren. Dann kamen die Zwanziger und die tiefe innere Leere. Lange Zeit kam ich mir nur wie eine körperliche Hülle vor, die einfach funktionierte. Oder eben halt auch nicht. Immer wieder gab es allerdings dieser fünf Sekunden von emotionalem Erleben, wo plötzlich das tiefschwarze Loch gegen ein gleißend helles Licht ausgetauscht wurde. Das hat Mut gemacht, dass da irgendwo tief im Inneren noch ein Funken von Leben vorhanden ist. Ich beobachte das ganze aus einer kritischen Distanz, wobei ich natürlich insgeheim hoffe, dass es sich nicht nur um ein Strohfeuer handelt. Auf jeden Fall stellt es eine angenehme Abwechslung zum emotionalen Vakuum dar.
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