low performers and b-players 25. Jan 2009

Während der Lektüre des Wirtschaftsteils der renommierten Sonntagszeitungen unseres Landes begegnen mir immer wieder Worte bei denen mir beinahe das Frühstück im Halse steckenbleibt. Die letzte Entdeckung welche meinen Eindruck vom rein ökonomisch geprägten Menschenbild des Betriebswirtschaftlichers mal wieder bestätigt hat war der Begriff des Low Performers. Hier wird der Mensch (das Humankapital) ähnlich wie eine Produktionsmachine oder eine Aktie hinsichtlich seiner Leistung (Performance) beurteilt (geratet). Bei Infineon wollte man es indes nicht bei beim Rating belassen sondern dachte konsequent weiter. Wenn eine Maschine halt nicht die optimale Leistung bringt, dann wird sie halt entsorgt, äh pardon entlassen. Das die verantwortlichen Herren High Performer damit gewaltig auf die Nase geflogen sind läßt zumindest auf ein Restmaß an menschlicher Verantwortung in den Rigen der Infineon-Manager schließen.

Bei genauerem Hinsehen erscheinen einem die menschenverachtenden Begrifflichkeiten der High Performer indes nur logisch, denn jemand der mit achtzig bis hundert Stunden Arbeitszeit pro Woche zielgerichtet auf den körperlichen und psychischen Kollaps mit Mitte dreißig hinarbeitet kann es wohl kaum mit ruhigen Nerven ansehen, wie andere Mitarbeiter einen pünktlichen Feierabend machen und sich womöglich noch so absurden Freizeitbeschäftigungen wie Familienleben hingeben.

Durchweg wenig charmant klingt indes der Begriff B-Player. Die Assoziationen kommen von selbst: Mittelmäßigkeit, die zweite Reihe, Fußvolk, keinesfalls die erste Wahl. Und all die Assoziationen sind auch nicht falsch, denn mit dem Begriff B-Player werden tatsächlich die “mittelmäßigen” Mitarbeiter bezeichnet. Dabei meint man es natürlich wieder mal nicht so böse, wie es klingt. Denn die zweite Garde in einem Unternehmen ist dessen Rückgrat, dessen Bank. Es sind die Mitarbeiter, die nicht zu den High Potentials zählen und die gleichsam auch nicht durch schlechte Performance auffallen. Schlicht: Es ist der Großteil der Mitarbeiter – es sind die 80 Prozent, die ordentlich und unauffällig ihren Job erledigen. (Quelle: Manager-Seminare)

Ich fasse zusammen: Der normale Mitarbeiter wird also als B-Player automatisch zum Mitarbeiter zweiter Klasse degradiert, weil er eben nicht seine körperliche und seelische Gesundheit für die Firma opfert und in Seminaren und Workshops versuchen die High Performer dann diese davon zu überzeugen es doch zu tun. Man merke: Es gibt immer wieder neue Perversionen in der Sprache der Humankapital-Manager.

 

highly disputable 08. Sep 2008

Was soll man schon von Mails halten in denen stark redundante Interpunktion benutzt wird, die nur so vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern strotzen und in denen auch noch falsche Kontaktdaten angeben sind?

 

thou shall not do that 29. Aug 2008

Wie kann jemand nur allen ernstes für seriöse Korrespondenz eine E-Mail-Adresse im Format peinlicherkosename2912@massenmailer.com benutzen?

 

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