pirate party sympathy renewed 15. Feb 2010
Nachdem ich mich gerade auf DRadio Wissen über den aktuellen Stand der Verhandlungen über das Anti-Counterfeiting Trade Agreement informiert habe wurde meine Zuneigung zur Piratenpartei wieder erneuert. Dort stellt man sich erwartungsgemäß unmißverständlich gegen derartige Perversionen und liefert gleich eine Liste mit zahlreichen konkreten Widerstandsmaßnahmen.
goodbye censorship hello sanity 08. Feb 2010
Heute ist ein großer Tag für das Internet. Die Regierung hat sich unmißverständlich von dem Gesetz für Internetsperren distanziert. Dies ist nach langem Kampf ein Sieg für das Netz und ein Sieg für die Vernunft. Vor allem ist es auch ein klares Signal an Staaten wie China, Iran und Nordkorea, das Deutschland auch in Zukunft auf Werkzeuge von Terrorregimen verzichtet wird.
silverlight - internet just got better! 29. Nov 2009
Heute war ich in diesem Internetdingsda und wollte eine von diesen Webseiten in meinem Lieblingsbrauser aufmachen. Das Ergebnis meiner Bemühungen war mehr als bescheiden.

Ich dachte zuerst, es hätte vielleicht eine Kommunikationsstörung zwischen meinem Brauser und dem Anbieter gegeben und lud die Seite erneut. Diese Maßnahme bewirkte jedoch bedauerlicherweise keine Verbesserung der Situation. Der einzige Inhalt der mir präsentiert wurde war nach wie vor ein Werbebanner und - schlecht erkennbar - der Link zum Impressum. Scheinbar hatten die Macher dieser Webseite den Inhalt vergessen. Guter Internetbürger wie ich es bin, guckte ich also nach, wer verantwortlich war um die Macher über ihre Verfehlung zu informieren. Im Impressum war unter anderem eine Firma namens Microsoft als Verantwortlicher für diese Webseite genannt. Microsoft. Diesen Namen hatte ich doch schonmal gehört - ja, richtig der Name stand ja auch auf dem Werbebanner auf der Startseite. Normalerweise klicke ich ja nicht auf Werbebanner, es sei denn sie verweisen Webseiten auf denen man leicht bekleidete Frauen sehen kann oder zu günstigen Preisen potenzfördernde Medikamente erwerben kann, aber in diesem Fall entschied ich mich mal eine Ausnahme zu machen. Der Klick auf das Werbebanner führte mich direkt in die Installationsroutine von einem Programm. Üblicherweise hätte ich den Installationsprozess abgebrochen, weil mir mein Systemadministrator Manfred erzählt hat, dass man nicht einfach irgendwelche wild dahergelaufenden fremden Programme aus dem Internet auf seinen Computer installieren soll, die könnten die Sicherheit des Systems gefährden, aber in diesem Fall siegte die Neugier. Nachdem der Installationsprozess abgeschlossen war passierte aber immer noch nichts. Schon wieder so eine Enttäuschung.
Ich dachte mir es wäre an der Zeit dieser Firma Microsoft mal einen Brief zu schreiben über die Probleme mit ihren Produkten. Da kam mir eine Idee. Manfred hatte mir letztens so einen tollen Trick gezeigt wie man ganz einfach den Bildschirm fotografieren konnte. Um meinem Schreiben mehr Aussagekraft zu verleihen würde ich also ein solches Bildschirmfoto von der Webseite anfertigen. Soweit so gut. Als ich jedoch erneut auf die Webseite ging sah die auf einmal ganz anders aus.

Das Werbebanner war verschwunden und stattdessen sah ich einen Fortschrittsindikator wie ich ihn schon von Softwareinstallationen kannte. Nach einer Minute warten erreichte der Zähler endlich die hundert. Ich war etwas enttäuscht, schließlich hatten wir doch extra einen dieser modernen LSD-Zugänge gebucht wo laut der Werbung alles ganz schnell und bunt werden sollte, aber immerhin hatte die vorher leere Webseite nun plötzlich Inhalte!

Neugierig erforschte ich die Webseite. Sie war recht spannend, denn die Navigationselemente bewegten sich wie von Geisterhand. Dynamische Webseite nennt man das glaub ich. Dann war dieses Microsoft also doch keine Briefkastenfirma wie ich zwischenzeitlich befürchtete. In einer Rubrik fand ich dann auch einen recht interessanten Textabschnitt.

Diesen wollte ich dann gleich mal in die Zwischenablage kopieren um sie in eine Mail an meine Kusine Erna einzufügen. Der wollte ich gleich von meinen Erfolgen erzählen. Als ich mit der Maus auf die Textstelle klickte um den Text zu markieren passierte jedoch mal wieder - nichts. Mein neu gewonnenes Selbstbewußtsein drohte rapide zu schwinden. Hatte ich etwa vergessen wie man einen Text richtig markiert? Ich rief Manfred an, der erklärte mir in seiner verständnisvollen Art, da müße ich mir gar keine Vorwürfe machen, das hänge mit diesem Werbebanner zusammen auf das ich geklickt hätte. Darüber hätte ich mir quasi ein neues Internet auf meinen Computer geholt. Die Firma Microsoft sei sehr fürsorglich und beschütze die Internetbürger indem sie sie davor bewahre Urheberrechtsverstöße zu begehen. So richtig überzeugend fand ich seine Ausführungen nicht. Ich fragte ihn, ob ich nicht mein altes Internet wieder zurückhaben könne. Er meinte nein, man müsse nunmal mit der Zeit gehen und Microsoft sei die Zukunft des Internets. Die hätten ja auch jetzt diese tolle Suchmaschine, die einen davor bewahrt, dass man - ganz ausversehen natürlich - nach so perversen Sachen wie Strumpfhosen sucht. Ich bin nach wie vor nicht überzeugt und sage Manfred, dass er der Firma Microsoft doch einen Brief schreiben soll, dass sie in Zukunft bitte die Finger vom Internet lassen soll und besser in dieser Fensterbranche bleiben sollen.
mobile broadband in germany 05. Oct 2009
Noch am kundenfreundlichsten gibt sich O2 Deutschland, Tochter des spanischen Telekommunikationsriesen Telefonica. Dort ist seit kurzem offiziell erlaubt, ohne Aufpreis Internet-Telefonie zu verwenden - für Beobachter ein durchaus mutiger Schritt, weil die Firma damit aus dem Kanon der Netzfeinde ausbrach. Doch selbst mit der offiziellen Erlaubnis, statt über das teure Mobilnetz etwa kostenlose Sprachdienste wie Skype zu verwenden, hat die Sache einen Haken: Genauso wie bei allen anderen deutschen Mobilfunkern ist auch bei O2 nach maximal fünf Gigabyte Übertragungsvolumen im Monat, was mal eben einer einzigen DVD entspricht, Schluss mit Höchstgeschwindigkeit. Dann wird das Netz auf Kriechgeschwindigkeit heruntergeschaltet, so dass Sprachdienste nicht mehr ordnungsgemäß nutzbar sind und Multimedia-Seiten wie YouTube zur Qual werden. (Quelle: Taz)
Um nur mal zu verdeutlichen was das konkret bedeutet, sei gesagt, dass man als ernsthafter Internetnutzer bei O2 selbst bei sparsamer Nutzung des Datenvolumens in der Regel nach spätestens drei Wochen in den Genuß von ISDN-Geschwindigkeit kommt. Sparsam bedeutet in diesem Fall
- Keine Betriebssystemaktualisierungen
- Keine Datensicherung via Netz
- Kein Herunterladen von Musik oder Filmen
- Kein Hochladen von größeren Mengen Fotos
- Youtube-Videos nur in niedriger Qualität
- Keine Nutzung von IP-Fernsehen
- Eher Instant Messaging als Voice over IP
Bei 5GB Datenvolumen pro Monat müßte man theoretisch mit 160 MB pro Tag hinkommen. Das klingt jetzt vielleicht erstmal viel, aber in der Praxis überschreite ich oftmals trotz Sparmaßnahmen die 200 MB . Selbst eine Verdopplung des Datenvolumens würde wahrscheinlich aber keine Verbesserung der Situation bringen, weil es mit dem Datenvolumen vermutlich wie mit dem Geld ist, man paßt seinen Lebensstil an den verfügbaren Finanzrahmen an, sprich ich würde wahrscheinlich aus Bequemlichkeit meine Sparsamkeitskriterien aufweichen und dadurch wieder die Obergrenze überschreiten, sprich öfter mal im Spätkauf einkaufen statt im Supermarkt und öfter mal Taxi fahren statt Nachtbus. Eine natürlich Grenze wäre vermutlich bei 100 GB erreicht, damit dürfte wohl auch der größte Datenhunger gestillt sein.
the appearance of the federal trojan 08. Jun 2009
Der Vorschlag des BDK sieht vor, dass sich gesetzestreue Bürger eine Software auf ihren Rechnern installieren, die bei den Datenschutzbehörden sowie den Ministerien für Familie heruntergeladen werden soll. Nach erfolgreicher Installation stehe auf dem PC dann eine virtuelle Notrufsäule zum jederzeitigen Aufruf bereit. (Quelle: Spon)
Da haben wir ihn also, den Bundestrojaner! Ich hätte ja nicht gedacht, dass er so offensichtlich daherkommt. Eigentlich ganz niedlich, so eine virtuelle Notrufsäule. Könnte man ja vielleicht auch als Dashboard-App realisieren. Aber wozu eigentlich überhaupt irgendeine Applikation? Wäre eine handelsübliche Website nicht vollkommen ausreichend? Oder kommt da nicht genügend echtes Notfall-Feeling auf?
Wer im Internet auf Kinderp*rnos, rechtsradikale Inhalte oder Hinweise auf einen Amoklauf stößt, soll mit der Notrufsäulen-Software einen Screenshot des Bildschirminhalts anfertigen und diesen direkt an die Alarmzentrale weiterleiten können.
Moment mal, ich lade mir mir eine Applikation herunter, die was genau macht? Screenshots? Ich dachte eigentlich immer diese Funktionalität wäre bereits ab Werk im Betriebssystem implementiert. Aber vermutlich gehen die Ermittler von Windows aus, da wäre ich mir jetzt nicht so sicher. Dort muss man sich ja bekanntlich für jede noch so unbedeutende Funktionalität irgendein albernes Tool herunterladen. Der wahre Grund dürfte indes sein - und damit haben die Ermittler vermutlich garnicht so unrecht - dass dem Durchschnittsdeutschen nicht genügend technische Kompetenz zugetraut wird, einen Screenshot anzufertigen und auf einer Website hochzuladen. Es bleibt zu hoffen, dass man Straftaten auch über eine Website melden kann, ohne sich vorher den Bundestrojaner auf den Rechner holen zu müssen.