voluntary payments against paywalls 18. Apr 2011
Die taz zahl ich!-Kampagne finde ich prima, weil damit hoffentlich auch Personenkreise jenseits der Flattr-Nerds angesprochen werden. Die ersten Zahlen sind vielversprechend. Die Hälfte des bisherigen Monatsumsatzes ist über Nacht zum Tagesumsatz geworden.
radio killed the internet star 15. Apr 2011
Aber auch das Publikum kann sich beim Radio voll auf das Gesprochene konzentrieren; es ist nicht vom Fernsehbild oder den Multitaskingansprüchen des Internet abgelenkt. Und so führt die Beschränkung, der das Radio unterliegt, auch zu einer Entlastung. (Quelle: Taz)
Nachdem ich in meinem Leben praktisch kaum Radio gehört habe, habe ich durch meine internetfreien Sonntage in den letzten Monaten das Radio lieben gelernt. Ich höre jetzt fast jeden Tag Deutschlandfunk und Deutschlandrado Kultur. Den Webstream des ebenfalls sehr hörenswerten DRadio Wissen verfolge ich in Ermangelung eines dezidierten Empfangsgerätes nicht, stattdessen habe ich die Podcasts der interessantesten Sendungen abonniert und höre sie zeitversetzt in meinem MP3-Spieler. Wenn ich ein eigenes Webradio hätte würde ich vermutlich auch hin und wieder ByteFM hören.
Ich finde es besonders wichtig dabei hervorzuheben, dass Radio für mich kein Sekundärmedium ist. Wenn ich Radio höre, dann sitze ich in der Regel auf dem Sofa und mache nichts anderes außer dem Sprecher zu lauschen. Das geht bei mir auch garnicht anders. Ich bin schon seit meiner frühen Kindheit völlig unfähig Radio (und auch Fernsehen) mit irgendeiner anderen kognitiven Tätigkeit zu kombinieren. Das einzige was bei mir funktioniert ist die Kombination mit einer komplett mechanischen Routinetätigkeit wie etwa dem Spülen oder Putzen und selbst das fällt mir teilweise schwer. Meine Begeisterung für das gesprochene Wort in Form von Essays und längeren Dokumentationen erinnert mich dabei ein wenig an das Gefühl beim Konsum von Hörspielkassetten in meiner Kindheit. Durch das hochwertige Angebot des Deutschlandradios hat das Radio im Verlauf der letzten Monate für mich tatsächlich einen Stellenwert eingenommen, den das Fernsehen nie hatte.
the age of wikipedia journalism 28. Mar 2011
Periquito (PRQ) versteht sich als sicherer Hafen für die freie Rede. “Auf Wunsch stellen wir auch schriftliche Verträge aus, notwendig sind sie jedoch nicht”, heißt es dort auf der Bestellseite. Bei den Eigentümern handelt es sich um zwei Gründer der Piratenpartei in Schweden. Deren Hafen hatte zuvor schon Wikileaks angesteuert, genau wie einige pädophile Internet-Angebote, wie es im englischsprachigen Wikipedia heißt. (Quelle: Tagesspiegel, Stand: 28. März)
Wenn man als Journalist seine Artikel schon auf Grundlage von Wikipedia schreibt, dann sollte man die Enzyklopädie wenigstens richtig nutzen. Die Betreiber von PRQ, Gottfrid Svartholm und Fredrik Neij, sind natürlich nicht Mitgründer der Piratpartiet sondern Mitgründer von The Pirate Bay. Wäre das Zitat aus einem Erzeugnis der Springerpresse, wäre ich stark geneigt eine Schmutzkampagne zu unterstellen, hier handelt es sich jedoch um den Tagesspiegel, welchen ich prinzipiell für integer halte. Ich stelle somit lediglich verwundert fest, dass selbst vier Tage nach Veröffentlichtung des Artikels immer noch ein grober handwerklicher Fehler enthalten ist. Ein wenig peinlich wird die Angelegenheit dadurch, dass an dem Artikel ganze vier Autoren gearbeitet haben, aber offensichtlich keiner den Fehler bemerkt hat. Eine Kopie des Artikels befindet bei Potsdamer Neueste Nachrichten, deren Redaktion ihre überregionalen Nachrichten vom Tagesspiegel bezieht. In anderer Formulierung findet sich die Aussage darüber hinaus in der Mobilausgabe der Berliner Morgenpost. In der Welt am Sonntag (Springerpresse!) steigert man sich gar zu der grotesken Mutmaßung “auch einige Pädophilen-Seiten sollen sich in den Hafen des Piratenpartei-Servers geflüchtet haben.” (alles Stand 28. März). Ich habe alle Medien per E-Mail über den Fehler in Kenntnis gesetzt.
Update: Der Tagesspiegel hat den Fehler innerhalb von weniger als 24 Stunden korrigiert.
bild advertisement campaign 01. Mar 2011
Sie wurde zwar schon ausgiebig herum gereicht, aber weil ich sie so wichtig und richtig finde möchte ich an dieser Stelle nochmal auf die Stellungnahme von Judith Holofernes zur Werbung in der Bild hinweisen. Bild ist die mediale Repräsentanz des Teufels, jegliche Verharmlosung ist hier fehl am Platze.
privacy endangering watermarks 15. Feb 2011
Unsichtbare Wasserzeichen in Mediendaten sind wie radioaktive Verschmutzung. Man sieht sie nicht, man schmeckt sie nicht, man riecht sie nicht, aber sie sind trotzdem da und potentiell gefährlich. Für mich sind digitale Wasserzeichen das Kaufargument für physische Medien. Nur wenn ich Audio-CDs, Video-DVDs oder Blu-ray-Video-Discs kaufe kann ich mir sicher sein, dass sie unverseucht sind. Aus Perspektive des Datenschutzes sind physische Medien gewissermaßen die Bio-Produkte der Contentindustrie. Über alberne Kopierschutzmechanismen reden wir dann ein anderes mal.