new taz flattr record 04. Nov 2010

Die Taz vermeldet bei Flattr einen neuen Einnahmenrekord und will jetzt anfangen Flattr aktiv zu bewerben. Bisher gab es ja immer nur diesen unscheinbaren kleinen grünen Knopf am Ende des Artikels. Ich vermute mal, dass Flattr bisher praktisch nur von den üblichen Netznerds benutzt wird, die Einnahmen dürften also noch stark ausbaufähig sein. Abgesehen davon, dass sich die Digitaz sehr gut verkauft dürte das langfristige Ziel klar sein: Keine Bezahlschranke wie beim Springerverlag.

 

mediathek gui for mac os x 22. Oct 2010

Nachdem ich letztens einen Weg aufgezeigt hatte wie man auf der Kommandozeile Mediathek-Videos herunterladen kann, hat sich nun jemand die Mühe gemacht und eine hübsche GUI unter Mac OS X gebastelt. Im Prinzip funktioniert die recht gut, aber leider spuckt sie die Videos im Flash-Container aus. Wer nach dem Herunterladen alle Videos im aktuellen Verzeichnis umverpacken will, kann das wie folgt tun:

ls *.flv | sed -E -n "s/(.+).flv/\1/p" |\
xargs -I {} ffmpeg -i {}.flv -vcodec copy -acodec copy {}.mp4

Falls ein Video in irgendeinem albernen Flashformat kodiert ist hilft eine Umkodierung:

ffmpeg -ab 192k -qscale 5 -i video.flv video.mp4

Bin mal gespannt wann die Contentmafia ihre Advokaten bemüht.

 

bullshit detector going off 11. Oct 2010

Die Sendung Netzreporter auf DRadio Wissen ist leider weder unterhaltsam noch informativ. Im Gegenteil. Ich rate hiermit ausdrücklich vom Konsum ab, weil dem Hörer hier ein hochgradig fragwürdiger Mix aus Halbwissen und offensichtlichen Falschinformationen serviert wird. Es bleibt zu hoffen, dass das Format schleunigst abgesetzt wird um die Hörer mit diesem Unfug in Zukunft zu verschonen.

 

what does the internet do to us? 26. Sep 2010

Die Frage ob das Internet dumm macht reduziert sich für mich letztlich auf die Frage ob Medien dumm machen. Machen Bücher dumm? Machen Zeitungen dumm? Macht Fernsehen dumm? Machen Hörbücher dumm? Üblicherweise wird entgegnet, ein Medium sei ein Werkzeug, was uns weder schlau noch dumm macht, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Ein Medium hat meiner Meinung nach vielmehr die Rolle eines Katalysators. Wenn jemand geistreich und wissbegierig ist, der wird das Internet ihn in seinem Wissensdurst bestärken und wenn jemand kleingeistig und ignorant ist, der wird im Netz jede Menge Gleichgesinnte finden, die ihn in seiner Einfältigkeit bestärken. Das Netz ist einfach der beste Katalysator den die Menschheit jemals erfunden hat. Es fördert sowohl die Verdummung als auch das intellektuelle Wachstum von Menschen. Wichtig ist meiner Meinung nach vor allem, und da stimme ich dem Autor des referenzierten Artikels zu, dass Menschen früh auf den richtigen Weg gebracht werden. Die frühen Jahre sind entscheidend. Wer das richtige Rüstzeug mitbekommen hat, der kann sich mit dem Netz die ganze Welt erschließen anstatt in seinen Untiefen zu versumpfen.

 

the future of books and video rentals 26. Sep 2010

Zwei Sachen die angeblich von der technischen Entwicklung verdrängt werden sind gedruckte Bücher und die klassischen Videotheken. E-Books und Onlinevideotheken wie Netflix werden als Nachfolger gesehen. Wird in Zukunft also alles vollelektronisch über das Internet abgewickelt?

Bei Büchern sehe ich vor allem bei Sachbüchern mit kurzer Halbwertszeit großes Potential für die Digitalisierung. Bücher über Betriebssysteme, Anwendersoftware und Steuererklärungen elektronisch zu vertreiben macht einfach Sinn. Natürlich kann es durchaus charmant sein nochmal in dreissig Jahre alten Handbüchern zu schmöckern, aber im Allgemeinen denke ich wäre es kein großer Verlust für das Weltkulturerbe wenn Die Besten Tipps zu Windows 95 nicht als Taschenbuch sondern als E-Book ausgeliefert worden wären. Eine Buchreihe wie The Art of Computer Programming macht auf Papier hingegen durchaus Sinn. Bei Belletristik sehe ich eine ähnliche Entwicklung. Kurzlebiger Mainstreamschund wird in Zukunft vermutlich größtenteils elektronisch vertrieben werden, aber bei hochwertiger Literatur dürfte der Connaisseur im Zweifelsfall dem gedruckten Werk den Vorzug geben. Ich vermute es wird sich eine ähnlich stabile Nische wie im Vinylmarkt etablieren.

Die durchschnittliche Mainstreamvideothek wird auf jeden Fall verschwinden. Ich sehe keinen Grund warum Hans Wurst aus Buxtehude noch seinen Hintern erheben sollte um sich von der Dame mit den Lockenwicklern aus miefigen Dorfvideothek den neuen Rambo zu holen wenn er das ganze auch wesentlich schneller, bequemer und billiger aus dem Internet haben kann. Bei den Programmvideotheken hängt es davon ab, ob es ein Unternehmen schafft ein vernünftiges Streaming-Angebot auf die Reihe zu bekommen. Eine Stichprobe bei Netflix ergab, dass knapp ein Drittel der Filme die ich sehen wollte als Stream verfügbar waren. Für ein Streaming-Angebot ist das zwar sensationell gut, aber damit die Programmvideotheken ernsthaft gefährdet wären, müßte die Trefferquote meiner Meinung nach bei über neunzig Prozent liegen. Wenn es in Deutschland ein Netflix gäbe, würde mittelfristig sicherlich auch der Umsatz der Programmvideotheken sinken, aber ein großes Sterben der Programmvideotheken sehe ich noch nicht am Horizont.

 

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