stilla natt, heliga natt 20. Dec 2008

Fräulein Perssons interkultureller Beitrag zur saisonalen Unterhaltung ist ein leuchtendes Kunstwerk von unschätzbarem Wert. Insbesondere der zentimeterdick aufgetragene Weichzeichner und das ausgestopfte Wild im Hintergrund tragen dabei nicht unwesentlich zur Gesamtstimmung bei und jetzt mal ehrlich, ihr Deutsch mit breitem schwedischem Akzent ist doch das beste an der Sache! Als deutsche Antwort auf diese Völkerverständigung würde ich mir jetzt ein Stilla Natt von Jochen Distelmeyer wünschen! Kann den mal jemand anrufen oder ist der jetzt schon komplett im Ruhestand? (via The Last Beat)

 

the medium is vanishing 28. Nov 2008

Ich habe beobachtet, dass es bei jüngeren Menschen in der Tat eine fehlende Bindung zu Tonträgern zu geben scheint. Diese Menschen besitzen dann typischerweise weniger Tonträger als ein Mensch Finger an seinen beiden Händen hat. Ihre Musik laden sie sich bei Rapidshare herunter und wenn sie dort nichts finden, dann kaufen sie auch mal eine handvoll Tracks bei einem Online-Store. Dass einige dieser Audiodateien Wasserzeichen enthalten stört sie nicht weiter, denn sie wissen garnicht was das ist.

Diesen digitalen Tondokumenten wird keine Liebe geschenkt. Die Musiksammlungen solcher Menschen sind meistens Kraut und Rüben. Die Metadaten der Audiodateien spiegeln das zerrüttete Verhältnis ihrer Besitzer zum Medium wider. Coverart sucht man hier meist vergeblich, es sei denn es handelt sich um eine gekaufte Audiodatei welches schon ab Werk damit versehen war, auch beim Thema Bitraten sieht es düster aus und beim Thema Lossless erntet man nur ein großes Achselzucken.

Solche Menschen besitzen darüber hinaus keine Datensicherung ihrer Musiksammlung. Da diese Menschen ihren Rechner ähnlich stiefmütterlich wie ihre Musiksammlung behandeln stürzt dieser von Zeit zu Zeit mal ab. Manchmal geht dabei auch die Musiksammlung verloren, das finden diese Menschen dann etwas ärgerlich, aber wirklich stören tut es sie nicht, denn sie können die Sachen ja einfach wieder aus der großen Bibliothek, dem Internet, herunterladen.

Manchmal machen sich diese Menschen auch nicht Mühe ihre Musik herunterladen, es gibt ja die meisten Sachen auf bei Video-Dienstleistern. Sie legen sich dann einfach ein paar Lesezeichen auf Musikvideos an und wenn sie ein Lied hören möchten wollen, dann klicken sie einfach auf das Lesezeichen. Gelegentlich werden bei den Anbietern Videos entfernt, das stört sie aber nicht, denn meistens findet sich der Track noch irgendwo anders wieder.

Ich als Nerd betrachte dieses Geschehen mit einem milden Stirnrunzeln. Fakt ist, die meisten Menschen sind nunmal keine Kontrollfreaks. Für diese Menschen ist okay, wenn sie einen Track mal nicht finden, weil er schlecht getaggt ist. Für sie ist es okay, wenn sie Musik verlieren weil sie kein Backup haben. Für sie ist es okay, wenn ein Anbieter einen Track löscht, den sie gehört haben. Diese Menschen betrachten das Leben viel mehr als ein Lauf des Schicksals denn als Kontrollfeld. Wenn der DRM-Server eines Musikanbieters abgeschaltet wird und damit die Musiksammlung beim Kauf eines neuen Computers entwertet wird, dann meint es das Schicksal halt nunmal so.

Ich als Connaisseur wundere mich darüber, dass diese Menschen nicht das haptisch-emotionale Erlebnis eines physischen Tonträgers vermissen. Gerade in einer Welt wo Menschen sich komplette Labelkataloge via Torrent herunterladen stellt die Anschaffung eines physischen Tonträgers ein Symbol für Wertschätzung und emotionale Bindung dar. Was ist denn schon der emotionale Wert eines Downloads von einem Ein-Klick-Hoster im Vergleich zu einem beim Konzert aus den Händen des Künstlers erworbenen und signierten Tonträger der schon unzählige Male durch die eigenen Hände gegangen ist?

Letztlich muß jeder Mensch für sich selbst entscheiden wieviel Liebe er seiner Musiksammlung schenkt.

 

you don't love me 27. Nov 2008

In den naßkalten Tagen höre ich wieder verstärkt Maximilian Hecker.

 

question of the day 12. Sep 2008

Island hat 300.000 Einwohner, Asien umfaßt etwa 4 Milliarden Menschen, wieso kenne ich trotzdem mehr isländische Bands als asiatische? Selbst wenn man annähme, dass die Isländer im Schnitt interessantere Musik machen als die Asiaten bliebe immer noch ein krasses Mißverhältnis.

An der höheren Sprachbarriere liegt es nicht, denn zum einen ist es mir wurscht ob ich die Songtexte verstehe oder nicht und zum anderen verstehe ich genauso wenig Isländisch wie etwa Chinesisch oder Japanisch. Auch liegt es nicht daran, dass die Isländer womöglich besseres Englisch sprächen als die Asiaten und deswegen von mir einen Verständlichkeitsbonus bekämen. Vielleicht liegt es an der Aussprechbarkeit der Bandnamen und Album- bzw. Liedtitel, denn das Isländische ist zwar mit seinen zahlreichen Sonderzeichen und Aussprachegeln auch kaum richtig auszusprechen, jedoch kann man sich immerhin eine vaage Vorstellung davon machen, wie die Wörter zu klingen haben. Auf englischsprachigen Informationsseiten zu asiatischen Bands ist zwar teilweise die Aussprache angegeben, jedoch bleibt bei mir trotzdem so ein Gefühl der Nicht-Greifbarkeit. Ein anderer Faktor ist die Tippbarkeit der Namen. Bei Isländischen Bands findet man die Webseiten selbst dann wenn man bei der Suche die diakritische Zeichen durch lateinische Buchstaben ersetzt, bei asiatischen Bands hingegen kann man den Namen überhaupt nicht eintippen, es bleibt also nur irgendeine Seite zu bookmarken, wo der Name vorkommt und dann via Copy & Paste den Namen in die Suche einzusetzen. Ein Faktor könnte vielleicht auch sein, dass die asiatischen Labels die westlichen Musikmedien nicht mit Promotionskopien ihrer Musik bemustern oder sie es zwar tun, aber ignoriert werden. Ein weiterer Faktor könnte sein, dass die Vertriebe der asiatischen Labels nicht an westliche Läden ausliefern. Wenn ich mir beispielsweise Boomkat oder Dotshop anschaue, dann bin ich dort noch nie über nicht-lateinische Alphabete gestolpert. Bei A-Musik gibt es zwar eine Rubrik “Music from Japan”, das Angebot ist jedoch sehr überschaubar und der Zeichensatz ist bei allen Künstlernamen lateinisch. Außerdem: Wenn ich mir bei Last.fm die “Similar Artists” meiner Lieblingskünstler angucke dann werden mir dort nie Künstler angzeigt mit Namen die aus asiatischen Zeichen bestehen.

Zusammenfassend kann man sagen es gibt schon Erklärungen, die die Angelegenheit plausibel erscheinen lassen, aber wirklich überzeugende Gründe fehlen.

 

finest danish frickel 06. Sep 2008

Auf geht’s zur Minderheitenbeschallung nach Köln.

 

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