enchanting tunes from iceland 17. Jan 2011

Pascal Pinon

 

culture pessimism for the new year 01. Jan 2011

Was ich mich schon oft gefragt habe: Wieso ist der musikalische Mainstream von heute eigentlich so sehr viel beschissener als der früherer Jahrzehnte? Während die populären Darbietungen aus den Sechzigern, Siebzigern oder Achtzigern in meinen Ohren teilweise zumindest noch diskussionswürdig sind, empfielt es sich beim Konsum der Erzeugnisse der letzten zwanzig Jahre doch stets einen Spuckbeutel in Griffreichweite zu haben. Ich denke es hat auch viel mit den Protagonisten zu tun. Während die Heinis von früher vielleicht peinlich oder nervig aber nicht zwangsläufig unsympathisch waren, sehe ich in den meisten heutigen Mainstream-Interpreten nur noch seelenlose Plastikfiguren mit Dollarzeichen in den Augen. Auch wenn die Musik eines Herbert Grönemeyers oder Bryan Adams mein Herz nicht unbedingt höher schlägen lässt, so respektiere ich die Herren trotzdem als Künstler während ich jemanden wie DJ Ötzi oder die Rednex einfach nicht ernst nehmen kann. Besonders abstossend finde ich dabei Interpreten wie die Hermes House Band mit ihrem uninspirierten Country Roads-Coverhit. Sie stehen in meinen Augen stellvertretend für eine lange Liste von belanglosen Coversionen erfolgreicher Lieder vergangener Jahrzehnte wo die künstlerische Leistung des Interpreten im wesentlichen darin besteht das Lied im Magix Dance Maker mit einem Utzutz-Beat zu versehen.

 

shostakovich's last string quartet 11. Dec 2010

Beim Bayerischen Rundfunk gibt es erfreulicherweise einen recht aufschlußreichen Beitrag zu Schostakowitschs Streichquartett Nr. 15 aus dem die unten erwähnte Elegie stammt. Im zugehörigen Hörbeitrag gibt es auch einige Ausschnitte des Stücks, die Intensität der Darbietung reicht aber nicht an die Fassung auf dem besagten Soundtrack heran. Leider steht in dessen Booklet nicht von wem das Stück aufgeführt wird.

 

my personal musical development 09. Dec 2010

Das erste Musikstück was mich auf nennenswerte Weise berührt hat habe ich Ende der Achtzigerjahre in der Nähe von Chicago im Alter von neun Jahren im Zimmer des großen Bruders meines Freundes K. gehört. Es handelte sich um nicht nichts geringeres als das Stück Paradise City der amerikanischen Hard-Rock-Band Guns N’ Roses. Ich war damals so begeistert von dem Stück, dass ich mir umgehend das ganze Album kaufte, womit Appetite for Destruction in Form der damals gebrächlichen Musikkassette dann auch gleich meinen ersten Tonträgerkauf markierte.

Das Album sollte sich als Einstiegsdroge für eine mittelstarke Metallphase herausstellen. Während die ganze Welt Anfang der Neunziger nach Seattle guckte arbeitete ich mich unter anderem genüsslich durch das Frühwerk von Metallica. Ich hatte für einen kurzen Zeitraum sogar mal lange Haare, allerdings nicht aufgrund einer rebellischen Attitüde, sondern weil ich schlicht und ergreifend zeitweise zu faul war zum Friseur zu gehen. Eine Kutte mit diabolischen Aufnähern habe ich nie getragen. Das war mir zu plakativ, auch wenn ich das damals nicht so hätte formulieren können.

Als ich aus dem Gröbsten der Pubertät raus war entdeckte ich irgendwann auf einem Konzert die deutsche Fanzineszene und damit die Welt des deutschprachigen Indiepop. Hamburger Schule nannte man das damals und es gab viel zu entdecken. Für einen kurzen Zeit erschien es mir tatsächlich als wenn Hamburg der Nabel der Welt wäre. Beinahe wäre ich auch dahingezogen, aber das ist eine andere Geschichte. Über die Hamburger Schule bin ich dann auf die Ro3003-Kompilation gestoßen und damit Ende der Neunziger erstmals in Kontakt mit elektronischer Musik gemäß meinen Vorstellungen gekommen. Das war dann auch ungefähr der Punkt an dem mein Musikgeschmack eingefroren wurde. Ich denke es wäre keine Übertreibung, wenn ich behaupten würde seit gut fünfzehn Jahren mehr oder weniger dieselbe Mischung aus Indiepop und Elektronik zu hören.

Womit ich lange Zeit überhaupt nichts anfangen konnte war klassische Musik. Ich hatte keinen Klavierunterricht als Kind und bin auch sonst nie in Kontakt damit gekommen. Ich kannte einfach niemanden der ernsthaft klassische Musik gehört hat. Meine initiales Erlebnis in Bezug auf klassische Musik hatte ich dann Mitte der Nullerjahre beim Betrachten des isländischen Films Nói Albínói. Dort hat klassische Musik in Form von Schostakowitschs Elegie zum ersten Mal eine emotionale Wirkung auf mich gehabt. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, da würde mir jemand etwas erzählen. Gleichzeitig war es auch eine Lehrstunde, weil ich bei meinen Recherchen sehr schnell gemerkt habe, dass ich nur diese eine Aufführung mochte und alle anderen Fassungen die ich mir anhörte mehr oder weniger entschieden ablehnte. Im Gegensatz zur Indiepop-Band die ihre Lieder immer alle selber spielt hat man also bei der klassischen Musik also immer zwei Faktoren welche, die Rezeption beeinflußen. Es reicht also nicht einen Komponisten zu finden, den man mag, man muss auch noch ein Streichquartett finden, welches die Komposition in angemessener Weise aufführt. Was mir dann vor kurzem noch gut gefallen war etwas von Schumann. Leider war die Sendung auf Deutschlandradio Kultur schon fast zuende als ich zugeschaltet habe. Ich denke ich werde mich mal in den kommenden Wochen in Spotify durch die Schumann-Aufführungen hören.

 

she's in love with the city 08. Nov 2010

Eine hübsche Liebeserklärung an Berlin.

 

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