so what exactly is well-balanced? 11. Jun 2010
Während die neoliberalen Heuchler von einem “sozial ausgewogenen” Sparpaket reden, wird bei der Taz und beim Freitag Klartext gesprochen. Ein kleiner Schritt für Schwarz-Gelb, ein großer Schritt in Richtung Maximierung des Abstandes zwischen den Reichsten und den Ärmsten. Mit solchen Maßnahmen kann man fröhlichen Mutes in eine Zukunft mit Privatschulen und Gated Communities für die güldene Oberschicht und Elendsghettos am Stadtrand für den schmutzigen Rest gucken. Südafrikanische Verhältnisse bald auch in deiner Hood!
federal savings package proposal 09. Jun 2010
Anstatt den Schwächsten unserer Republik das Brot vom Tisch zu klauen schlage ich vor dort zu sparen wo es wirklich sinnvoll ist: Bei der Überwachung! Bei wahnwitzigen Schildbürgerstreichen wie dem Bundestrojaner, der Vorratsdatenspeicherung oder der flächendeckenden Videoüberwachung sollte als erstes mal der Rotstift angesetzt werden. Wenn dann immer noch Sparbedarf ist dann sollten als nächstes die Diäten der neoliberalen Heuchler gekürzt werden, was für ein Sparpotential!
left-wing party disgruntlement 05. Jun 2010
Mehrere Basisorganisationen protestieren gegen die “Selbstbedienungsmentalität”, bei der “einige wenige auf Kosten der Partei über ihre Verhältnisse leben”. Sie fordern die Offenlegung der Verträge: “Die Transparenz, die wir in den Parlamenten immer wieder einfordern, scheint in der eigenen Partei nicht gewollt zu sein.” (Quelle: Spon)
Ach, was regen die sich überhaupt so auf, die haben doch noch die SED-Milliarden, da ist doch genug im Topf damit auch die Basis in Saus und Braus leben kann! Oder um es mit Gregor Gysis Worten zu sagen: Reichtum für alle!
an interview with a neoliberal 29. May 2010
Heute im Gespräch Herr Müller und Herr Schlauberger
M.: Wir müssen ja jetzt alle sparen, was schlägt Ihre Partei denn vor, wo wir da so anfangen sollen?
S.: Wir sollten am besten da anfangen wo das Geld in Kübeln aus dem Fenster geworfen wird, bei den elenden Sozialschmarotzern! Jahrelang haben diese in Saus und Braus gelebt während es bei den hart arbeitenden Finanzbrokern und Hoteliers am Ende doch wieder nicht für die längere Yacht gereicht hat.
M.: Aber ist das denn wirklich so wichtig, diese Länge der Yacht, ich meine tut es denn nicht auch eine kürzere?
S.: Unter keinen Umständen! Stellen sie sich doch mal vor, sie stehen in der siebten Klasse nach dem Sportunterricht in der Sammeldusche und plötzlich zeigt der freche Hochhausjunge auf ihren Unterkörper und alle lachen.
M.: Welche Erniedrigung!
S.: Jawohl, und deswegen muss unsere Partei entschieden gegen dieses Pack vorgehen!
M.: Was schlagen Sie denn so konkret vor?
S.: Wir werden eine Mietpauschale einführen!
M.: Was erhoffen Sie sich davon?
S.: Naja, zum einen wollen natürlich Kosten sparen, aber was viel wichtiger ist, ist dass wir die Gesellschaft klarer strukturieren wollen.
M.: Strukturierung in welchen Sinne?
S.: Wir wollen eine räumliche Trennung forcieren. Das Schmarotzerpack soll in die Vorortghettos ziehen während die Mitglieder unserer Partei die Innenstadt unter sich aufteilen.
M.: Was wäre denn im Sinne der Strukturierung ein idealer Endzustand?
S.: Na, wenn die Asozialen alle draußen sind, dann werden wir eine Mauer um die Stadt ziehen und dann sollen die draußen gucken wo sie bleiben!
M.: Haben Sie nicht Angst, dass es eventuell Widerstand gegen Ihre Pläne geben wird?
S.: Wir werden das schleichend machen, das hat bei der Aufwertung der Innenstadt auch schon hervorragend funktioniert. Durch die gestiegenen Mietpreise habe ich bei meiner Stadtwohnung mittlerweile ausschließlich Parteifreunde als Nachbarn!
M.: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch und wünsche Ihnen viel Erfolg!
how do i fit in with the pirates? 25. May 2010
Da ich mich keiner etablierten politischen Partei wirklich zuordnen kann habe ich mich schon längere Zeit gefragt, ob ich wohl in die Piratenpartei passen würde. Auf der einen Seite sehe ich da viele vernünftige Positionen die mir tief aus dem Herzen sprechen und auf der anderen Seite aber auch einige radikale Forderungen von Teilen der Mitglieder, die für meine Begriffe über das Ziel hinausschießen.
Das Studium des Parteiprogramms ist in dieser Hinsicht wenig aufschlußreich, da die Piratenpartei noch kein Vollprogramm hat. Eine interessante Möglichkeit sich dennoch zur vergleichen bietet der Piratenkompass von Adrian Lang. Diese Visualisierung fasst alle Ergebnisse des Political Compass der Piraten im Piratenwiki zusammen. Der Political Compass ist sicher nicht der Stein der Weisen, aber nach meinem Empfinden schon deutlich aussagekräftiger als die klassische eindimensionale Links-Rechts-Dichotomie. Der Kerngedanke ist die Trennung der Freiheit der Wirtschaft (links bedeutet minimale ökonomische Freiheit, rechts bedeutet maximale ökonomische Freiheit) und der persönlichen Freiheit (autoritär bedeutet minimale individuelle Freiheit, libertär bedeutet maximale individuelle Freiheit). Ich habe mir dann mal die Freiheit genommen und mich selbst als gelben Punkt auf dem Piratenkompass platziert.

Die roten Punkte sind die Piraten, das Kreuz stellt das arithmetisches Mittel und grün-schattierten Rechtecke die 80%- und 90%-Bereiche dar. Wie man erkennen kann befinde ich mich nach dieser Visualisierung bei den Piraten in bester Gesellschaft. Erkennbar ist allerdings eine leichte Verschiebung vom Mittelwert. Ich bin signifikant linker und etwas weniger libertär als der Durchschnittspirat. Ich befinde mich aber noch im 80%-Bereich der Darstellung, dürfte also durchaus mentalitätskompatibel mit der Mehrheit der Piraten sein. Bedauerlicherweise ist aber die Methodik der Visualisierung nicht öffentlich, so dass man die Ergebnisse eher dem Bereich der Unterhaltung zuordnen sollte.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Frau Seeliger Ende letzten Jahres mit einer Reihe von hochgradig peinlichen Hetzartikeln bei der Taz versucht hat die Piratenpartei in linken Kreisen zu diskreditieren indem sie deren Mitglieder als einen Haufen verkappter Nazis dargestellt hat. Wie man jedoch aus dem Diagramm klar erkennen kann befindet sich keiner der Datenpunkte in der Nähe des Faschismus (Mitte, oben). Was man ferner nicht unterschlagen sollte in diesem Zusammenhang sind die Visualisierungen zum politischen Spektrum im Piratenwiki, wo die Piratenpartei in der Parteienlandschaft eingeordnet wird.