privacy is lost, we're all doomed! 15. Jul 2011

Da hat man sich gerade die Vorratsdatenspeicherung von der Gurgel geschlagen und da folgt auch schon der nächste Angriff auf die Privatsphäre. Die BVG arbeitet hart daran den gläsernen Bürger Wirklichkeit werden zu lassen. Erst wird der Smartphone-Fahrschein mit sechs Monate gespeichertem Bewegungsprofil eingeführt und ab 2013 werden dann massenhaft Fahrscheinautomaten abgebaut und Barzahlungs-Optionen eingeschränkt. Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass irgendwann die Barzahlungs-Option ganz abgeschafft und ein Zuschlag für Fahrscheinkäufe am Automaten eingeführt wird. Da der deutsche Otto-Normalbürger sich nicht für Privatsphäre interessiert – es sei denn seine Reihenendhaushälfte in Hintertupfingen landet bei Google Street View – und deswegen nicht bereit ist den Aufpreis zu zahlen, wird die große Mehrheit der Fahrgäste sehr schnell auf Smartphone-Fahrscheine umsteigen und kurze Zeit später wird der Verkauf von Papierfahrscheinen dann komplett eingestellt.

 

my home town railway station 03. Dec 2010

Wenn ich meine Eltern besuche habe ich beim Betreten des Bahnhofsgeländes meines Heimatortes jedesmal das Gefühl ich wäre in einem Ghetto gelandet. Die Sozialstruktur des Ortes steht in keinerlei Relation zum Publikum was diesen Bahnhof frequentiert. Während man auf dem Bahnsteig von größflächigen Lachen aus Speichelsekret begrüßt wird, setzt die Unterführung Maßstäbe in Bezug auf Vermüllung und Uringestank. Am Ausgang der Unterführung darf man sich dann stets an einer Horde herumpöbelnder Ghettoboys erfreuen für die der Bahnhof scheinbar so eine Art Freizeitraum darstellt. Generell eine ganz schlechte Idee ist es mit dem Zweirad zum Bahnhof zu fahren, denn wenn die Ghettoboys Langweile haben, dann demolieren sie gerne die abgestellten Fahrräder. Ich hatte ja während meines Zivildienstes damals das Glück eine der wenigen Fahrradboxen benutzen zu können, aber meinem kleinen Bruder haben sie regelmäßig das Zweirad zerlegt oder geklaut. Wie ich nun erfahren habe gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer, denn die Stadt hat einen großen Teil des Bahnhofsgeländes gekauft und wird dort nun ein neues Bahnhofsgebäude mit Fahrradparkhaus und Werkstatt errichten. Außerdem sollen dort Geschäfte angesiedelt werden, was hoffentlich eine zivilisiertere Klientel an den Bahnhof locken wird.

 

recommendable carbon offsetting 15. Mar 2010

Zwei sehr lesenswerte Artikel zum Thema Klimakompensation gibt es in der Taz und in der Zeit. Die Artikel sind zwar schon ein bis zwei Jahre alt, aber die Kernaussagen sind nach wie vor aktuell. Klimakompensation kann ein sinnvolles Instrument sein, wenn man drei Sachen beachtet. Erstens sollte man zuerst stets versuchen die Emission von klimaschädlichen Gasen zu vermeiden, wenn das nicht möglich ist, dann solle man versuchen die Emissionen zu reduzieren und erst der letzte Schritt nach der Vermeidung und der Reduktion sollte dann die Kompensation sein. Zweitens sollte man das Konzept der Klimakompensation nicht pervertieren indem man es als Persilschein für klimafeindliches Verhalten interpretiert. Und drittens sollte man einen seriösen Anbieter auswählen. Wie immer im Geschäft mit der Nachhaltigkeit gibt es ernsthafte Anbieter aber auch windige Geschäftemacher. Erfreulicherweise gibt es eine anerkannte Studie zur Seriösität von Anbietern von Klimakompensation. Laut dieser Studie sind vier Anbieter empfehlenswert: Atmosfair, Myclimate, NativeEnergy und Climate Friendly. Wertvolle Informationen bietet ebenfalls die Übersicht der Stiftung Warentest. Dort läßt sich unter anderem erkennen wer dem CDM Gold Standard folgt, wer gemeinnützig ist und welchen Anteil der Einnahmen sie tatsächlich für die Projekte verwenden. Dadurch fällt für mich NativeEnergy schonmal raus, weil die weder dem Gold Standard folgen noch gemeinnützig sind und darüber hinaus keinerlei Angabe darüber machen welcher Anteil der Einnahmen tatsächlich für die Projekte verwendet wird. Myclimate sind mir unsympathisch weil die sich an die Industrie verkauft haben und Climate Friendly investiert lediglich sechzig Prozent der Einnahmen in die Projekte. Bleibt für mich als persönlicher Testsieger Atmosfair.

 

bahn booking interface failure 17. Dec 2009

Deutsche Bahn Buchungsschnittstelle

Es ist mir völlig rätselhaft wieso es für einen Konzern mit mehr als 33 Milliarden Euro Umsatz und einem entsprechend hohen IT-Budget seit Jahren eine scheinbar unlösbare Aufgabe darstellt ein fehlerfreies Feedback in der Buchungsphase seines elektronischen Fahrkartenschalters in einem der führenden Browser darzustellen. Normalerweise würde ich über derartige Darstellungsfehler wahrscheinlich gnädig hinwegsehen, aber wenn sie gerade im entscheidenen Teil der Buchung vorkommen, nämlich dem Teil wo das Geld von seinem Konto abgebucht wird, dann ist dann trotz “sicher abgewickelter Buchungen dank zuverlässiger Verschlüsselungstechnologie” einfach wenig vertrauenserweckend und hinterläßt jedesmal einen schalen Nachgeschmack. Das Phänomen tritt auch bei ausgeschaltetem Werbeblocker auf.

 

no more service fee 12. Sep 2008

Der größte Unfug seit dem Versuch im Jahr 2002 die Bahncard 50 abzuschaffen wurde nach nur zwei Wochen gekippt. Gut so.

 

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