stilla natt, heliga natt 20. Dec 2008
Fräulein Perssons interkultureller Beitrag zur saisonalen Unterhaltung ist ein leuchtendes Kunstwerk von unschätzbarem Wert. Insbesondere der zentimeterdick aufgetragene Weichzeichner und das ausgestopfte Wild im Hintergrund tragen dabei nicht unwesentlich zur Gesamtstimmung bei und jetzt mal ehrlich, ihr Deutsch mit breitem schwedischem Akzent ist doch das beste an der Sache! Als deutsche Antwort auf diese Völkerverständigung würde ich mir jetzt ein Stilla Natt von Jochen Distelmeyer wünschen! Kann den mal jemand anrufen oder ist der jetzt schon komplett im Ruhestand? (via The Last Beat)
lukas moodysson vs. inga lindström 23. Nov 2008
Die deutschen Schauspieler sind sehr hübsch und sehr blond. Die könnten schon als Schweden durchgehen. Aber das ist schon ein sehr geschöntes Bild von unserem Land, das hier geschildert wird. In unseren schwedischen Filmen geht es meist um besoffene, traurige und einsame Menschen, die sich düsteren Selbstmordgedanken hingeben. (Quelle: Sveriges Radio)
Inga Nilsson über die Diskrepanz zwischen dem Bullerbysyndromet der Deutschen verkörpert durch Christiane Sadlos Inga Lindström-Reihe und der tatsächlichen Realität.
idag reser jag till malmö 19. Sep 2008

Foto: Christian Svanes
swedish minister of justice is afraid 20. Aug 2008
Die schwedische Justizministerin Beatrice Ask macht sich Sorgen um den guten Ruf Schwedens. Der Grund für ihre Sorge ist eine Anfrage des Internationalen Olympischen Komitees, welche sie auffordert den schwedischen Torrent-Tracker The Pirate Bay zu schließen, da dort Torrents zu Fernsehmitschnitten der Olympischen Spiele angeboten würden. Liebe Frau Ask, ich kann Sie hiermit beruhigen. The Pirate Bay schädigt sicher nicht den guten Ruf Schwedens, da es im Gegenteil ein Aushängeschild für fortschrittliche liberale Kultur ihres Landes ist. Ich kann ihnen versichern, dass die Existenz von The Pirate Bay der schwedischen Nation nur große Sympathien zukommen läßt. Wer auch dieser Meinung ist und das gerne persönlich sagen möchte kann dies hier tun.
svensk kultur 01. May 2008
Ich habe gerade das Buch “Gebrauchsanweisung für Schweden” von Antje Rávic Strubel gelesen. Der Anfang ist sehr kurzweilig und lustig, der hintere Teil streckenweise leider etwas langatmig. Insgesamt hat man das Gefühl, die Autorin hat sich relativ umfangreich in das Thema eingelesen. Es bleibt aber nicht beim Trockenschwimmen, die Autorin besitzt zeitweise ein Ferienhaus in Värmland und erzählt dabei von ihrem Erfahrungen mit den Menschen und der Natur. Auch von anderen Unternehmungen berichtet sie. Teilweise ist es aufgrund des Erzählstils etwas schwer nachzuvollziehen, ob die Autorin selbst an den Reisen beteiligt war, von denen sie berichtet. Sehr süß ist es beim Lesen zu beobachten, wie die Autorin bei allen möglichen Themen immer wieder auf Genderaspekte zu sprechen kommt. Ich denke ich würde das Buch nochmal lesen, aber ich würde dabei teilweise Abschnitte überspringen.
Ich habe mal einige Passagen herausgegriffen, die mir in irgendeiner Form unterhaltsam oder interessant erschienen.
Hier fiel mir auch wieder ein, dass ich Small Talk früher nicht hatte ertragen können: In Schweden wird nicht herumgelabert. Manche mögen die Schweden deshalb für schwer zugänglich halten, für wortkarg und unfreundlich. Es gibt Witze, in denen Schweden vorkommen, dir nur dann mit ihren Nachbarn reden, wenn sie sich aus ihrem eigenen Haus ausgeschlossen haben und den Nachbarn um den hinterlegten Ersatzschlüssel bitten müssen.
Geredet wird nur, wenn es etwas Sinnvolles zu sagen gibt. Alles andere ist kallprat, bullshit, kaltes Gerede, oder auch dödprat, totes Gerede. Zyniker werfen natürlich sofort ein, das diene alles nur der Kaschierung des Ketchup-Effektes: Erst kommt tatsächlich lange nichts, aber dann die volle Ladung.
Während man in Gegenden, in denen Menschen stärker aus sich herausgehen, sehr schnell das Gefühl hat, dazuzugehören und erst später bemerkt, dass es mit dem Dazugehören so ernst gar nicht gemeint war, wird man in Schweden, auch wenn man längst dazugehört, selten dieses Gefühl vermittelt bekommen.
Solange sie nicht um Hilfe gebeten werden, gehen Schweden gewöhnlich davon aus, dass auch keine Hilfe erwünscht ist. Ungefragte Hilfsangebote gelten normalerweise als Demütigung; sie zeigen dem anderen, dass er nicht in der Lage ist, allein klarzukommen. Allein klarzukommen ist für die Schweden aber so wichtig wie das Rot ihrer Häuser.
Die Schweden legen großen Wert auf Kompromisse. Diskussionen ähneln eher einer gemeinsamen Überquerung eines Minenfeldes, bei der niemand zurückgelassen werden darf, als einer Schlacht. Am Ende sollen alle mit dem eingeschlagenen Weg zufrieden sein. Während in Deutschland kaum eine öffentliche Debatte ohne pathetische Weltuntergangsvorhersagen auskommt, wird in Schweden so vernünftig argumentiert, dass emotionale Erregung überhaupt gar nicht erst entsteht, und alle Beteiligten schon deshalb einen Kompromiss eingehen, um nicht wegzudämmern.