taking the taboo out of a term 04. Jul 2011

Es lohnt sich die Karriere des Begriffes Deutschenfeindlichkeit als ein schönes Beispiel für die Enttabuisierung eines Begriffes zu betrachten. Im rechtspopulistischen Sumpf ist der Begriff bereits seit einigen Jahren fest etabliert. Im Oktober letzten Jahres gab es dann eine Tagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit dem vorsichtigen Titel “Der Streit um die sogenannte Deutschenfeindlichkeit”. In der Berichterstattung des Tagesspiegels wurde der Begriff damals noch ein wenig verschämt in Anführungszeichen gesetzt. Die Zeiten sind nun offensichtlich vorbei. Im Artikel über das Gewaltverbrechen an der U-Bahnstation Lichtenberg titelte der Tagesspiegel heute ganz selbstsicher ohne die Relativierung durch “sogenannte” und ohne Anführungszeichen.

Nachtrag [23:37]: Ein Mitarbeiter des Tagesspiegels hat den Begriff Deutschenfeindlichkeit in der Überschrift um Anführungszeichen ergänzt. Es gibt noch eine Kopie des Artikels wo der Begriff weiterhin ohne Anführungszeichen verwendet wird.

Der Begriff Deutschenfeindlichkeit im Tagesspiegel

 

you gotta love these mba assholes 16. Jun 2011

Wenigstens auf die Dreckskapitalisten ist noch Verlass!

 

nein, sorry, kein fucking english 05. Jun 2011

Wenn die Bedienung in einem authentischen Burger-Restaurant die Bestellung charmant in amerikanischem Englisch aufnimmt, dann empfinde ich das als witziges Gimmick, etwa so wie wenn der Pizza-Italiener seine deutsche Ausprache mit einer Prise Italienisch würzt, aber in allen anderen Lokalitäten weigere ich mich beharrlich und antworte sturr auf Deutsch. In solchen Momenten würde ich vermutlich einen ganz guten CSU-Wähler abgeben.

 

the ubiquitous anglicism terror 25. May 2011

Airport, Airline und Keeper stehen derzeit ganz weit oben auf meiner Hassliste.

 

interesting pronunciation anomalies 28. Apr 2011

Mir ist aufgefallen, dass es in der deutschen Bevölkerung unterschiedliche Aussprachen für bestimmte Begriffe aus dem IT-Bereich gibt. Betroffen sind unter anderem die Begriffe Facebook, App und das Unwort “Handy”. Anstatt [ˈfeɪsˌbʊk] sagen manche [ˈfeːsˌbʊk], anstatt [æp] sagen sie [eːp] und anstatt [ˈhæn.di] sagen sie [ˈheːn.di], wobei [eː] dem e in Blumenbeet entspricht. Die Länge des e-Vokals wird dabei teilweise bis in’s groteske übersteigert. Ich konnte bisher noch keine geographische oder soziale Gruppe verorten in der dieses Verhalten gehäuft auftritt, aber meine Bauchgefühl sagt mir, dass es ein verbindendes Element gibt.

 

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