look, i got a fancy new smartphone! 07. Mar 2010

Bei mobilen Kommunikationsgeräten gibt es seit einiger Zeit die Unsitte, dass die Hersteller als Werkseinstellung eine Werbe-Signatur unter die Nachrichten setzen. Da steht dann je nach Hersteller wahlweise “Sent from my BlackBerry wireless device” “Gesendet von meinem iPhone” oder auch “Gesendet von meinem Windows Mobile-Telefon”. Nun sollte man sich natürlich fragen, welchen Sinn diese Signatur erfüllt. Aus der Perspektive des Herstellers ist sie natürlich einfach kostenlose Werbung. Jeder der eine Nachricht über dieses Gerät empfängt wird nun ungefragt über dessen Markennamen informiert. Das wäre ja nun nicht weiter schlimm, wenn die Benutzer dieser Geräte bei Inbetriebnahme die Signatur deaktivieren oder durch etwas sinnvolleres ersetzen würden. Tun sie aber nicht. Wenn man ihr Verhalten wohlwollend interpretieren würde, dann würde man vermuten, das sie zu faul oder zu dumm sind herauszufinden wie man die Signatur ändert. Mann könnte ihnen aber genauso gut peinliches Imponiergehabe unterstellen. Wenn diese gerade mehrere hundert Euro für ein neues Superfon ausgegeben hat, dann soll doch bitte auch der gesamte Freundes- und Bekanntenkreis über diese Investition informiert werden. Aus der Perspektive des Empfängers der Nachricht erfüllt die Signatur leider überhaupt keinen Zweck. Sie bietet keinerlei informationellen Mehrwert und erst recht keinen Unterhaltungswert. Bliebe also die Aufforderung an alle Schlaufonbenutzer diesen Quatsch umgehend zu deaktivieren und so die Menschheit mit diesem Datenmüll zu verschonen.

 

meedchen goes merchandise 06. Mar 2010

Meedchen-Shirt

Der Meedchen-Shop von Kheira ist nun endlich online!

 

women in leading positions 06. Mar 2010

Ich habe festgestellt, dass Frauen zu Männern werden müssen, wenn sie sich durchsetzen wollen. Sie müssen deren Mittel einsetzen. Die Männer sind immer die lautesten - sie müssen Karriere machen, im Vordergrund stehen. Frauen haben mehr Harmoniebedürfnis und sind zurückhaltender […] (Grüner Balci in Der Freitag)

Diese Beobachtung deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen. Die durchschnittliche Frau ist leise, bescheiden und fleißig während der durchschnittliche Mann lautstark den Ton angibt, über ein gesundes Maß an Selbstüberschätzung verfügt und sich in kritischen Situationen durch Risikofreudigkeit auszeichnet. Genau das ist aber ein Teil der Anforderungen um erfolgreich in Führungspositionen zu sein. Im Grund stellt also jede Frau in einer Führungsposition die sich gemäß ihrem Naturell verhält einen Wettbewerbsnachteil für das jeweilige Unternehmen dar. Freiwillig stellen Unternehmen in Deutschland keine Frauen für Führungspositionen ein, die Quote liegt bei gerade mal zehn Prozent. In Schweden sind es mit knapp zwanzig Prozent zwar etwas mehr, aber wirklich egalitär ist das nun auch noch nicht.

Machen wir mal ein Gedankenexperiment. Nehmen wir mal an die Vorstände und Aufsichtsräte aller europäischen Spitzenunternehmen wären dank konsequenter Frauenförderung zu 50% mit Frauen besetzt. Frauen würden sich dann also nicht mehr in einer von Männern dominierten Welt befinden. Könnten sich Frauen gemäß ihrem Naturell verhalten oder müßten sie nach wie vor das männliche Verhalten imitieren um im Wettbewerb zu bestehen? Wie wären die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Weltwirtschaft?

 

pay what you want revisited 06. Mar 2010

Auch wenn Radiohead sagen, sie hätten vom Pay-What-You-Want-Prinzip profitiert, so stellt es sicher kein Modell für den anonymen Massenmarkt dar. Wo es aber meiner Meinung nach exzellente Chancen hat ist in der Nische. Bei Menschen wie der Musikerin Julia Kotowski, die ihr Album auf einem Netlabel veröffentlichen und dann parallel auf ihrer Website ein handgemachtes Digipak für den Connaisseur zu einem frei wählbaren Preis jenseits der Selbstkosten verkaufen. Sicherlich wird es auch hier Leute geben, die das Vertrauen mißbrauchen, aber ich denke die Mehrheit der Käufer wird sich ihrer Verantwortung bewußt sein und einen fairen Preis wählen.

Selbst für die Egoisten unter den Fans gibt es gute Gründe spendabel zu sein. Viele Independent-Künstler sind chronisch unterfinanziert und müssen in prekären Jobs arbeiten. Großzügigkeit bei der Bezahlung hilft ganz klar bei der Finanzierung des persönlichen Instrumentenparks und je höher die Einnahmen durch die Musik sind, desto weniger müssen die Musiker arbeiten und desto mehr Zeit haben sie für ihre Musik!

 

berlin urban district bitching 01. Mar 2010

Die Perspektive der Zugezogenen.

Neukölln wird zum Anziehungspunkt junger Designer. Die aus Bielefeld stammende Designerin sagt, sie sei nach Berlin gekommen, um hier den Freiraum zu haben, zu experimentieren und zu improvisieren. Und anders als in Prenzlauer Berg wohnen in Neukölln “nicht nur die Hippen und Schönen. Hier muss nichts perfekt sein.” (Quelle: Tagesspiegel)

Die Perspektive des Einheimischen.

Die Designer könnten einmal den ganzen Stadtteil designen. Der ist nämlich weit heruntergekommen. Ich kenne beide Stadtteile seit über zwanzig Jahren und sie sind verkommen und ganz ekelhaft geworden. Eine Veränderung zum positiven wäre eine gute Sache für die Stadt. Als iich 1987 nach Berliun zog, war der Hermannplatz ein schöner, wenn auch etwas rechteckiger Platz, heute ist es ein unangenehmer Elendsplatz und die U-Bahnstation ein Graus. Alle schönen Geschäfte auf der Sonnenallee und Karl-Marx-Straße sind verschwunden und jetzt gibt es endlose Elendketten mit Handyläden und 50-Cent-Shops. Ein Niedergang, der sehr traurig macht. Damals war der Karstadft am Hermannplatz eine tolle Adresse, der Hertie auf der Karl-Marx-Straße ein schönes Kaufhaus mit tollem Sortiment, und weiter oben das Passage-Kino neben der Neuköllner Oper war ein gern besuchtes. Jetzt ist das alles total heruntergekommen und es sind unangenehme Orte geworden. (Quelle: Siehe oben)

Woher kommen eigentlich nur die kleingeistigen Lokalrivalitäten zwischen den verschiedenen Stadtteilen? Ich dachte hier in Berlin wäre man irgendwie etwas gelassener. Leider weit gefehlt, wenn sich die Bewohner des prolligen Neukölln und des schicken Prenzlauer Berg gegenseitig anbitchen kommt mir das tatsächlich vor wie ein fader Aufguss der albernen Köln-Düsseldorf-Rivalität deren Sinn sich mir noch nie erschlossen hat. Wieso künstliche Gräben erzeugen wo keine sind? Sind diese frisch zugezogenen Lokalpatrioten dann eigentlich auch so konsequent ihre Freunde zu schneiden, wenn sie in das verhasste Stadtviertel ziehen? Wird der Konzertbesuch der Lieblingsband abgesagt, weil das Konzert ins Feindesland verlegt wurde? Wahrscheinlich ist es mit dem Lokalpatriotismus wie mit der Religion. Die radikalsten Prediger sind immer die Konvertiten.

 

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