der blanke zynismus 04. Apr 2001
Direkt neben den Big Diet Produktionshallen ist das sündhaft teure 3 Sterne Catering von RTL untergebracht. Da kann sich dann die künftige Moderatorin Margarethe Schreinemakers(!) nachdem sie ihre Dicken auf die Laufbänder geschickt hat an einer ordentlichen Schweinshaxe vergehen. Bleibt nur den Teilnehmern zu wünschen das ihr Container geruchsdicht ist. Morgen gibt’s Lasagne, yummie.
brennende mülltonen 01. Apr 2001
Das durchschnittliche Rapvideo auf M-TV/VIVA. Die Frage die sich aufdrängt: Wer braucht das hier ? Bietet sowas etwa Idenfikationspotential für das gut versorgte “nein, das Pausenbrot habe ich mir selber geschmiert” - Mittelstandskind um seine obligatorische Jungendrebellion gegen seine ach-so-spießigen Eltern durchzuführen ? gähn J. Rawls meint in der Spex dazu “Ich liebe HipHop aber bei den meisten Raps frage ich mich: Habt ihr jemals einen guten Tag ? Dreht sich das Leben nur um money, cash and hoes? Mein tägliches Leben besteht nicht daraus, irgendjemanden zu erschießen, also spreche ich auch nicht darüber. Mein Alltag besteht daraus, die Rechnungen zu bezahlen, es ist ein normales Leben, und die Familie ist der Schlüssel dazu.”
viva2 adé 01. Apr 2001
Auch wenn der künftige Programmchef Stefan Kauertz noch versucht die Zuschauer zu besänftigen “Viva Zwei stirbt nicht”, “MTV werden wir nie, versprochen…” so wird die Vermengung von Viva2 mit mit quietsche-Entchen Schwester Viva im Sommer wohl der erste Schritt in Richtung Sparten-Bereinigung bei Viva2 sein. Befürwortern von Viva2 “classic” nimm Kauertz dann noch schnell den Wind aus den Segeln: “Die Trennung ist doch auch sauspießig: hier Fernsehen für uns Coole, dort für die doofen Kiddies: hey das sind Vorurteile.” Genau. Die Viva2-Zuschauer sind nämlich alles ideologisierte Indierocker, die sich gegen jegliche Formen von “Kommerz” wehren. Falsch. Es ist scheinbar einfach ein zu hoher Luxus einen Musikkanal zu haben, wo man vor dem Einschalten nicht auf die Uhr schauen muß, ob die Damen Spears, Aguilera und Lopez denn schon ihre Sachen gepackt haben.
the beginning of a blogg 30. Mar 2001
Am Anfang standen Fragen. Inhaltliche, konzeptionelle, stilistische und zeitliche. So viele Fragen, dass es eigentlich eines kompletten newest economy Startups bedurft hätte um diese angemessen zu beantworten. Eine blogg consulting Firma hätte bei angemessener Preisgestaltung in dieser Phase wahrscheinlich leichtes Spiel bei der Kunden-Aquisition gehabt. “Also Herr Grafikdesigner ich hätte da gerne so was 8bit/pixel-styliges als Aufmacher und sie da Mr. Content Developer - knackige Inhalte müssen her, aber husch husch. Monsieur Projektmanager, ich hab sie doch nicht angestellt zum lieblichen rumsäuseln, das macht doch schon mein marketing & communications Experte, sie müssen dem Team mal etwas mehr Feuer unter’m Hintern machen, sonst sitzen sie bald immer noch vor ihren Flipcharts im ausgelagerten Vororts-Medienghetto, während die anderen schon längst Fillialen in London und New York aufmachen.”
Nicht dass es an Energie gemangelt hätte, aber die Wachzeit eines Menschen ist nunmal beschränkt und im Zweifelsfall geht die Zeit die man für Internetprojekte aufwendet immer vom eigenen Sozialleben ab. Aber vielleicht gehört eine gewisse Isolation ja auch zum Charakter eines solchen Projekts ? Do-It-Yourself ist halt einfach zeitintensiv. Aber es ist ein gutes Gefühl in eigener Sache zu arbeiten. Ohne Auftraggeber, ohne kommerzielle Verpflichtungen. Da blüht die Motivation und das Herz frohlockt beim Wachstum der eigenen Wortgefüge.