fließen soll es 10. Apr 2001

Aus dem Stift heraus direkt auf’s Papier, oder besser noch - aus den Fingern direkt in die Tastatur. Auf den Bildschirm. In’s blogg. Schließlich schwirren dort Gedanken, Ideen, Geschichten im Kopf herumwollen raus, mitgeteilt werden - gelesen werden ? Existierten nicht diese verunsichernden, hemmenden Fragen: Was? Wieso? Warum? Für wen? In welchem Stil? Wie persönlich? Schließlich ist es etwas das von Anfang an wohl überlegt sein will - oder gerade nicht?! Ich hab’s bald.

 

human interface 08. Apr 2001

Immer wieder ein mutiger Schritt: Der Übergang von elektronischer Kommunikation zu face-to-face Kommunikation. Je länger man vorher mit demjenigen kommunziert hat desto mehr hat sich derweil ein Bild im Kopf etabliert. Nun ist es nicht das erste mal, dass man so eine Erfahrung macht, aber nichtsdestotrotz würde man sich doch sehr erleichtert fühlen, wenn die eigenen Erwartungen und die vorgefundene Realität nicht allzuweit divergieren.

 

junge frauen haben es einfach 07. Apr 2001

Sofern es denn um den Erwerb von modischen, midtwenfinanzbudgetkompatiblen Bekleidungsstücken geht. Da schnappt sie sich nämlich einfach ihre gute Freundin an die Hand und schreitet erfolgsbewußt bei Mango, Zara oder Hallhuber durch das Eingangportal um ein paar Stunden später mit prall gefüllten xxl-Einkaufstüten glücklich auf den Heimweg zu machen. Bei jungen Männern dagegen, die nicht gerade im Investor Relations o.ä. tätig sind, und somit einem relativ festen Dresscode unterworfen sind, sieht das meist ein wenig anders aus. Selbst bei guten Shoppingszene-Kenntnissen kann sich dieser glücklich schätzen wenn er wenigstens mal ein neues T-Shirt für den Biergarten entdeckt.

“Aber es gibt doch so viele Bekleidungsläden, wie kann das denn da so schwierig sein ?” Naja, was gibt es denn da so jenseits von Kaufhausketten und den Läden die ausschließlich Businessmode verkaufen. In erster Linie natürlich Hennes & Mauritz. Dieser Konzern hat sicherlich schonmal Entwicklungshilfe geleistet, kann aber lediglich eine Grundversorgung an Bekleidungsstücken sichern. Ein zu großer H&M-Anteil im eigenen Kleiderschrank wird dem Bedürfnis der äußeren Individualität nicht gerecht. Es besteht die Gefahr eines Uniformitätsgefühls, wenn man etwa an einem Abend im Club mehr als drei Leute mit demselben Oberteil erblickt. Insofern ist H&M keine wirkliche Lösung. Dann gibt es noch diverse Skate-Surf-Snowboardläden, wo es angefangen von aloha-style Blumenhemden, die nach mehreren Jahren modischer Forcierung durch diverse Surfmarken nun wirklich mittlerweile überrepräsentiert sind, über baggy-style Breitcordhosen mit Pamperseinsatz bis hin zu Schlumpfpullovern mit Comicfratzen nun wirklich alles gibt, was man jenseits der Pubertät am eigenen Körper als deplaziert empfinden würde. Wenn man mal seine Eurocheque Karte zum glühen bringen will bieten sich die angeschickten Designerläden an. Dort findet man dann vielleicht sogar mal das ein oder andere brauchbare Bekleidungsstück, wenn jedoch ein einfaches Baumwoll T-Shirt, schon stolze dreistellige Beträge fordert, dann hat das Einkaufserlebnis doch einen unangenehm dekadenten Beigeschmack.

Man macht es sich halt doch zu einfach, wenn man es allein der ästhetischen Inkompetenz der Männer zuschreibt, dass diese größtenteils langweilig, teilweise gräusslich bekleidet die Straßen beschreiten. Es halt auch eine Frage des Angebots. Und doch gibt es dank engagierter lokaler Ladenbetreiber vereinzelte Lichtblicke. Mehr davon bitte.

 

die maus 05. Apr 2001

Die Maus

Nachdem vor kurzem Dirk Bach, Brings und ähnliche illustre ur-kölsche Gestalten die Maus bei ihrem Jubiläum in der kölner Innenstadt begleitet haben zeigt sich nun mal wieder, dass auch nach 30 Jahren der Sendung mit der Maus-Erklärungsansatz noch gegenwartskompatibel ist.

 

morning glow 04. Apr 2001

Der Morgennebel im Mediendorf hat sich noch nicht ganz aufgelöst. In der Ferne zeichnen sich die Satellitenschüsseln der Fernsehsender ab die tagein tagaus fleißig ihre hochgeistigen Formate in die Köpfe der Menschen beamen. Vor den Produktionshallen wärmen sich schon die Gerüstbauer im Nieselregen auf während die Autos der Medienmenschen sich in den Parkplatzreihen ihre freie Lücke suchen und dann dort warten bis der Tag sich wieder dem Ende entgegenneigt um dann den entkräfteten Fahrer durch das Abendrot in sein heim zu fahren. Weiter oben ziehen assoziationsreiche Wolkengebilde vorbei. Der Wind bildet kleine Szenen und verformt sie solange bis sie wieder unkenntlich geworden sind. Schwarze Vögel steigen auf, und lassen sich langsam auf die Äste der winterkargen Bäume heruntergleiten. Es sieht so herrlich entspannt aus. Der Traum vom Fliegen kommt nicht von irgendwoher, auch wenn die technischen Hilfsgeräte des Menschen mal wieder nicht in der Lage sind die anmutige Eleganz der Vorbilder aus der Natur angemessen nachzubilden. Guter Vorsatz des Tages: Heute sich einmal nicht für seine kitschig-romantischen Empfindungen schämen sondern sich selbstbewußt ihrer zu erfreuen.

 

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