radio music bashing 27. May 2001

Air verkaufen sich wie warme Semmeln. Trotzdem würde ich sie nach oberflächlicher Betrachtung ihrer musikalischen Entwicklung nicht als kommerziell bezeichnen. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie versuchen es vielen Leuten recht zu machen.The Virgin Suicides war in seiner Melancholie wohl kaum so leichte Kost wie Moon Safari. Jetzt kommt Ende Mai 10.000 Hz Legend raus. Vorher wird jedoch erstmal fröhlich auf das allgemeine Radioprogramm eingedroschen, es könnten ja sonst beim independent-ideologisch sensibilisierten Menschen womöglich unberechtigte Verdachtsmomente hinsichtlich ihrer Authentizität aufkommen. “Interviewer: In ‘Radio Number One’ gibt es eine Textzeile ‘eject musical trash’. Was ist mit dem Musikmüll? Wo kommt er her, wer schafft ihn ab? Air: ‘Radio Number One’ ist eine freundliche Kritik, bei der es um die internationale Karaoke der gegenwärtigen Bewusstseinsindustrie geht. Die meiste Musik ist auf schreckliche Weise fröhlich, kommt formatiert und gleichförmig daher. Mach das Radio an, und 80 Prozent von dem, was du hörst, klingt absolut grauenhaft. Es gibt eine Menge kommerziell erfolgreicher Musik, die sich gut anhört. Wir mögen Hip Hop. Aber allgemein ist kein Gefühl in der Musik des Alltags, da ist nur Kälte, die auf den Markt gespuckt wird, entstanden an den Fertigungsstraßen der Musikindustrie.” Interessieren würde mich jetzt noch mit welcher Betonung und mit welcher Mimik diese Aussage getroffen wurde. In eine ähnliche Kerbe schlägt Blurs Damon Albarn: “Pop sollte grundsätzlich eine intelligente und kreative Erfahrung sein. Im Moment ist meistenteils das Gegenteil der Fall. Pop ist dumm. Am absoluten Tiefpunkt. Was es aber wirklich beängstigend macht, ist, dass es oberhalb des Undergrounds so gut wie keine Ausnahmen mehr zu geben scheint. Das schien mir mal anders. Als ich noch ein Kid war, da hörte ich zum Beispiel Bands wie die Talking Heads, The Specials oder die späten Clash.” (beide Spex 05/01) Dem Eindruck, dass es heutzutage wesentlich mehr Dummheit in den Charts gibt als in den vorherigen Dekaden kann ich mich trotz fehlender Vor-Erfahrung auch nur schwer entziehen, lasse mich da aber gerne von jemand älteren Jahrgangs eines besseren belehren. Will ja schließlich nicht zu der ignoranten, pauschalisierenden früher-war-alles-besser-Fraktion gehören.

 

2 days of citylife 26. May 2001

Vorteile:

Nachteile:

 

aktion gegen obszöne bekleidung 23. May 2001

Neulich auf meinem Fahrradgepäckträger! Schlechter Witz?!. - Nein, leider völlig ernstgemeint…

 

on the road 20. May 2001

Hamburg

Ab Morgen verreist nach HH, daher bis Ende der Woche hier wohl keine postings.

 

immer noch gut 18. May 2001

Festivalsommer 2001. Im kniehohen Gras sitzen, warmes Bier trinken und angekohlte Würstchen vom Pappteller snacken, während kleine Krabbeltiere es sich im Zelt nebenan gemütlich machen. Dazu ein gutes Dutzend seiner Lieblingsbands auf der Bühne ein paar Meter weiter. Wo gibt’s das ? Letztes Jahr hat mich das Immergut-Festival zwei schöne Tage in der mecklenburg-vorpommernschen Seenplatte verbringen lassen. Dank Sponsoring durch die lokale Milchmarke(!) alles zu sehr gemäßigten Preisen. Dieses Jahr empfiehlt sowohl die Spex als auch die Intro das Festival. Zurecht. Es dürfte wohl kaum ein qualitativ homogeneres Line-up zu finden sein. Meine Favoriten: Readymade, Slut, Miles, Eskobar, Sportfreunde Stiller, Virginia Jetzt! und Tom Liwa. Moderiert wird das ganze vom Viva2-News-Fahrstuhl-Rocco. Also wer nächste Woche noch nichts vor hat und dem die Rock am Ring-Park-See Gigantonomie zuwider ist, der sollte einen Ausflug in den Osten unternehmen und diesem kleinen, aber feinen Festival beiwohnen.

 

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